Regenbogen Rauchfahne

Koju – Iroha: Osmanthus, Tangerine und Kungyokudo – Osmanthus

Dies sind Stäbchen von Sebastian, mit dem ich immer mal wieder Räucherwerk tausche. Er war letztes Jahr (2025) in Japan, von wo er mir Räucherstäbchen mitgebracht hat, und obendrein hat er noch einige Samples dazugelegt. 💜

Die Marke Koju (香十) gehört zur Nippon Kodo Firmengruppe. Operierend als Koju Tenkundo Co., Ltd, vereint die Marke zwei von Nippon Kodo in den 60ern übernommene Firmen mit langer Tradition.
Anscheinend produziert Nippon Kodo unter anderem hochklassige Räucherstäbchen, basierend auf dem originalen Notizbuch des Gründers von Koju.
Wer etwas tiefer in die Hintergründe eintauchen möchte, empfehle ich, diesen Kommentar auf Reddit zu lesen.

Die beiden Koju Sorten, die ich hier vorstelle, sind sehr moderne japanische Räucherstäbchen. Das Marketing wirkt insgesamt eher modern und „jugendlich“.
Koju führen einen physischen Laden in Kyoto (wo Sebastian eingekauft hat) und einen Onlineshop.


Koju - Iroha - Osmanthus

Koju – Iroha – Osmanthus

Der volle Name dieser Stäbchen lautet Der Osmanthus an der Ecke (いろは あの曲がり角の金木犀). Die ganze Linie ist mit sehr verspielten Namen versehen.
Eine Packung mit 30 Stäbchen hat in Japan ¥990 gekostet, das entspricht etwa 5,40€. Ein Stäbchen brennt für ca. 25 Minuten.

Der Rohgeruch von Iroha – Osmanthus ist spritzig-fruchtig und sehr lebhaft. Er erinnert (typisch für Osmanthus) ein wenig an Pfirsich. In diesem Fall finde ich auch einen feinen, herben Ton, der mich zudem an Mandarinenöl denken lässt.
Ich könnte direkt vergessen, dass ich an Räucherstäbchen schnuppere, der Geruch könnte auch von einem Fruchtbonbon kommen.

Der Duft der brennenden Stäbchen ist ebenfalls fruchtig und spritzig, jedoch erwartbar weniger als roh. Hier laufe ich nicht mehr Gefahr, zu vergessen, dass ich ein Räucherstäbchen rieche.

Mein erster Eindruck von Iroha – Osmanthus war eher durchwachsen. Ich fand den Geruch der Basis sehr deutlich und unangenehm; ein Problem, das ich bereits früher mit einigen Räucherstäbchen aus unterschiedlichen Nippon Kodo Linien hatte.
Dieser Eindruck hat sich allerdings bei den folgenden Sessions stark verändert. Ich rieche noch eine Spur der Basis, muss aber aktiv danach suchen.
Es könnte daran liegen, dass ich die Stäbchen beim ersten Mal an einem Tag im April probiert hatte, bei einer Außentemperatur von 11°C. Ich hatte sicher meine Fenster nur gekippt, wohingegen jetzt eines ganz offen ist. Die Durchlüftung ist also dieses Mal deutlich besser.

Inzwischen sind Iroha – Osmanthus meine Favoriten aus dieser Auswahl. Sie füllen den Raum mit einem (für japanische Stäbchen) relativ starken Duft, mit ausgesprochen sommerlichem Charakter. Obwohl der fruchtig-florale Duft von Osmanthus so spritzig und frisch ist, transportiert er doch eine sonnige Wärme.
Ich empfinde das Duftprofil als sehr klar definiert und gelungen.

Der Nachgeruch ist eher zurückhaltend und, bei geöffneten Fenstern, in kurzer Zeit verflogen.

Osmanthus aus der Linie Iroha von Koju bieten einen spritzigen und zugleich warmen, fruchtig-floralen Sommerduft: modern, verspielt und doch geradlinig.


Koju - Iroha - Tangerine

Koju – Iroha – Tangerine

Der volle Name dieser Stäbchen lautet Mandarine in deiner Hand (いろは 手のひらの蜜柑).
Eine Packung mit 30 Stäbchen hat in Japan ¥990 gekostet, das entspricht etwa 5,40€. Ein Stäbchen brennt für ca. 25 Minuten.

Die rohen Stäbchen riechen für mich seifig, wie Shampoo.

Bei Tangerine rieche ich auch beim dritten Versuch noch den störenden Geruch des Basismaterials. Ich habe diese beim ersten Durchgang als Erstes probiert und mich später gefragt, ob sie der Grund dafür waren, dass ich Osmanthus aus derselben Line anfangs als nicht sonderlich gut wahrgenommen habe.

Der Geruch ist zitrisch, mit einem leicht herben Ton, jedoch finde ich ihn nicht sonderlich eindeutig für Tangerine oder Mandarine; man könnte ihn genauso gut Grapefruit nennen und damit durchkommen.
Tangerine behalten für mich beim Abbrennen außerdem den seifigen Charakter, der den Geruch für mich eher unangenehm macht.

Der Nachgeruch ist ähnlich schnell verflogen wie der von Iroha – Osmanthus.

Iroha – Tangerine sind gar nicht mein Fall.
Freunde von Zitrusdüften, die sich an seifigen Gerüchen nicht stören, könnten jedoch Gefallen daran finden.


Kungyokudo - Osmanthus

Kungyokudo – Nishijin no Mokusei · Osmanthus

Kungyokudo haben ebenfalls ein Ladengeschäft in Kyoto, welches Sebastian besucht hat. Den offiziellen, internationalen Onlineshop finden Sie hier.
Dort kosten Nishijin no Mokusei aktuell 20,95€. Leider verrät der Shop nicht, wie viele Stäbchen in einer Schachtel sind, noch findet man Angaben zur Brenndauer. Andere Shops geben aber einen Inhalt von ca. 60 Stück an.
Die Stäbchen messen 13,5cm. Ich schätze die Brenndauer auf etwa 25 Minuten.

Die rohen Stäbchen riechen nach Pfirsichshampoo oder Bodylotion.

Anfangs fand ich diese Osmanthus besser als die von Koju, das hat sich allerdings schon bei der zweiten Session gedreht.
Nishijin no Mokusei sind milder und weniger „plakativ“ als die Interpretation von Koju.
Der Duft ist vor allem zu Beginn eher holzig und baut sich dann nach und nach auf. Er hat dann eine cremige Süße, die näher an Vanille (oder vermutlich Benzoe) ist als an einer fruchtigen Süße. Ich denke, es mischt sich auch eine süße Sandelholznote mit hinein.

Der floral-fruchtige Osmanthus-Charakter ist zwar vorhanden, der Geruch wirkt jedoch viel weniger klar definiert als der von den obigen Osmanthus Stäbchen. Einige Leute mögen das als positiv empfinden; ich finde den Duft dadurch eher etwas verwaschen.

Mit der Zeit wird mir die Süße auch ein wenig aufdringlich, auch weil sie sich mit der immer noch etwas an Shampoo erinnernden Note verbindet, die schon im Rohgeruch aufgefallen ist.
Bei meinem zweiten Durchgang habe ich den Geruch als „Fanta mit Bodylotion“ umschrieben und finde das immer noch recht passend.

Es ist der Nachgeruch, der mich an Nishijin no Mokusei wirklich abgeschreckt hat: Ich rieche die aufdringliche Süße noch über Stunden und sogar in den nächsten Tag hinein. Dabei erinnert mich der Geruch zunehmend an den von parfümgetauchten Räucherstäbchen auf Holzmehlbasis.

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