Yichen · 易壁
Yichen haben mich Ende 2025 über Instagram kontaktiert.
Die Firma ist in Zhongshan City (Guangdong Provinz) im Süden von China angesiedelt. Es ist ein Familienunternehmen, das seit der 3. Generation im Räucherwerksektor tätig ist.
Ich werde unten einen Abschnitt einfügen, in dem ich über meine Erfahrung mit Yichen berichte. Das Hauptaugenmerk will ich aber auf dem Räucherwerk belassen; dieser Artikel wird auch so schon lange genug. Interessierte können gerne hier klicken.
Die Stäbchen der beiden Sample-Sets sind jeweils etwa 9-10cm lang. Im Shop wird bei den regulären Packungen eine Länge von 18-21 cm angegeben. Man bekommt also in etwa ein reguläres Stäbchen als Sample.
Zwei Sorten enthielten 3 (also anderthalb normale) Stäbchen.
Das gelbe Set mit 8 Sorten kostet 10$ (8,77€), das rote mit 4 Sorten kostet 6$ (5,26€).
Die Verpackung ist ein sehr robuster 3D-Druck, dessen Deckel allerdings nicht ganz zuverlässig hält.
Sie werden an den unteren Bildern sehen, dass ein paar der Stäbchen gebrochen sind; das ist nicht auf dem Transport passiert, sondern beim Herausnehmen der Stäbchen. Aufgrund der Rillenstruktur des Druckes rutschen die Stäbchen manchmal nicht gleich heraus; man muss sachte schütteln oder klopfen, und passt man nicht genug auf, ist schnell eines abgebrochen.
Da die Sampler jeweils mindestens zwei Varianten von Sandelholz, Adlerholz und Jiangzhen enthalten, gibt es weiter unten zur besseren Übersicht einen Vergleich der unterschiedlichen Sorten. (Die Links führen zu den jeweiligen Segmenten.)
Sample Set 1 (Gelb, 8 Sorten)


Natural Agarwood · 天然沉香
Zutaten: Adlerholz, Nanmu
Preis: ~ 31$ (ca. 27€) für 20-30 Stäbchen von 18-21cm Länge.
Da ich Natural Sandalwood recht enttäuschend fand, hatte ich von Natural Agarwood nicht zu viel erwartet. Damit habe ich den Stäbchen aber Unrecht getan; sie sind gut.
Die ca. 1,5mm dicken Stäbchen sind fragil, was ein Hinweis darauf sein kann, dass mit möglichst wenig Binder gearbeitet wurde.
Der Rohgeruch ist ein schwacher, warm-holziger Ton.
Der Duft beim Abbrennen hat einen typischen Adlerholzcharakter, mit einer balsamisch-süßen, warmen Note. Insgesamt wirkt der Geruch eher holzig und dunkel. Gelegentlich kommt eine Assoziation zu mildem Pfeifentabak hoch.
In einer Session habe ich mir eine etwas kratzige Holzrauchnote notiert, von der ich mir nicht sicher war, ob sie von der Qualität des Holzes, oder vielleicht vom Binder kommt. Das Einschalten meines Mini-Ventilators hat Abhilfe geschaffen.
Ich empfinde Natural Agarwood insgesamt als recht rund und angenehm. Die rasch abbrennenden Stäbchen haben jedoch gerade mal ausgereicht, um einen ersten Eindruck zu gewinnen.

Natural Cliff Cypress · 天然崖柏
Zutaten: Cliff Cypress, Nanmu
Preis: ~ 28$ (ca. 24,50€) für 20-30 Stäbchen zwischen 18 und 21 cm.
Ich vermute, Cliff Cypress ist, was von anderen unter dem Namen Thuja verkauft wird: Thuja sutchuenensis.
Die Stäbchen eröffnen mit einem typisch trocken-holzigen Geruch, der mich an Kaminrauch oder Lagerfeuer erinnert. Mit der Zeit baut sich dann aber ein mehr charaktervoller Geruch auf, der die typisch grüne und mineralische Frische von Thuja-Räucherstäbchen aufweist.
Ich habe Natural Cliff Cypress mit den letztes Jahr reviewten Thuja-Stäbchen von Pinny Culture und Zeetoon verglichen und muss sagen, dass die Version von Yichen einen klareren und definierteren Charakter hat.
Die Stäbchen sind sehr leicht, „weich“ und erstaunlich flexibel. Sie brennen relativ schnell ab.

Er Su Jiu Ju · 二苏旧局
Zutaten: Adlerholz, Sandelholz, Amber, Weihrauch, Jasmin
Preis: ~ 20$ (ca. 17,50€) für 30-40 Stäbchen von 21cm Länge.
Er Su Jiu Ju sind die einzigen Stäbchen im Shop, bei denen eine konkrete Länge angegeben wird.
Mit „Amber“ meinen Yichen Kiefernharz, wie mir auf Nachfrage erklärt wurde.
Laut Yichen wird im chinesischen Räucherwerkjargon dieses wohl oft als 琥珀 („Amber“) bezeichnet, obwohl der eigentliche, chinesische Begriff 松脂 ist. Letzteres wird mir vom Google Übersetzer als „Rosin“ übersetzt. Rosin ist das feste, harzige Material, das nach der Wasserdampfdestillation von Harzen übrig bleibt. Bei ihrem „Kiefernharz“ könnte sich also auch schlicht um Kolophonium handeln.
Wie Goose-Pear Pavilion sind die Stäbchen nur 1mm dick und auch geruchlich besteht eine gewisse Ähnlichkeit.
Bereits der Rohgeruch hat einen ähnlichen Charakter: holzig und süßlich frisch, mit einem Hauch Harz und einer leicht floralen Note.
Jedes Mal, wenn ich eines der Stäbchen anzünde, rieche ich zu Beginn Off-Noten von Zigarettenrauch bzw. den brandigen Geruch, den viele Kräuter und Blüten beim Verbrennen abgeben.
Es dauert eine knappe Minute, bis sich dies legt, und das eigentliche Aroma bei mir ankommt. Dann ist der Geruch recht schön und tatsächlich ziemlich ähnlich dem Rohgeruch. Leider kommt aber zwischendrin eine Spur der brandigen Note wieder.
Es riecht wie eine weniger potente Version von Goose-Pear Pavillion aus dem roten Sample-Set; weniger harzig, aber dafür mit einer sehr subtilen, fruchtig-floralen Note.
Außerdem haben mich letztens Tobiume von Baieido ein wenig an Er Su Jiu Ju erinnert. Schade, dass ich die beiden nicht mehr vergleichen kann.
Trotz des geringen Durchmessers ist die Brenndauer dieser Stäbchen spürbar länger als die der meisten anderen Sorten, was wohl auf die Harze zurückzuführen ist.

Rose · 玫瑰花香
Zutaten: Sandelholz, Rosenblütenblätter, Amber, Nanmu, Cliff Cypress
Mit „Amber“ meinen Yichen Kiefernharz, wie mir auf Nachfrage erklärt wurde.
Laut Yichen wird im chinesischen Räucherwerkjargon dieses wohl oft als 琥珀 („Amber“) bezeichnet, obwohl der eigentliche, chinesische Begriff 松脂 ist. Letzteres wird mir vom Google Übersetzer als „Rosin“ übersetzt. Rosin ist, das feste, harzige Material, das nach der Wasserdampfdestillation von Harzen übrig bleibt. Bei ihrem „Kiefernharz“ könnte sich also auch schlicht um Kolophonium handeln.
Preis: ~ 23$ (ca. 20.€) für 20-30 Stäbchen zwischen 18 und 21 cm.
Der Rohgeruch dieser Rose-Stäbchen ist eher unscheinbar, erinnert aber durchaus an getrocknete Rosenblätter.
In den brennenden Stäbchen ist von dem Rosenduft leider nichts mehr zu finden. Der Geruch ist puderig und weich, mit einer heuigen Süße, hat aber auch eine starke Off-Note, die für verbrennendes Pflanzenmaterial wie Blütenblätter typisch ist. Es riecht schlichtweg verbrannt.
Mit der Zeit nimmt der verbrannte Geruch ab und es mischt sich eine eher generisch-holzige Note darunter. Manchmal habe ich den Eindruck, etwas von dem Zypressenholz zu riechen.
Das als Zutat angeführte Sandelholz muss dasselbe sein wie in Natural Sandalwood, welche ich weiter unten beschreibe.
Den Nachgeruch finde ich unangenehm, wenn auch nicht sehr stark.

Jiangzhen Incense · 降真香
Zutaten: Jiangzhen Holz, Nanmu
Preis: ~ 23$ (ca. 20€) für 20-30 Stäbchen zwischen 18 und 21 cm.
Jiangzhen Incense (auf der Website Natural Jiangzhen Incense genannt) hat für mich einen dunkel-holzigen Geruch. Er löst bei mir ein diffuses Déjà-vu aus, an den Geruch eines antiken Möbels, ich sehe edles, dunkles Holz vor meinem inneren Auge …
Da ist eine würzige Note, die ein wenig stechend ist, und ein schwacher, beinahe medizinischer Geruch.
Beim zweiten Sample nehme ich auch eine subtile Süße wahr und ich mag den Geruch lieber als beim ersten mal.

Hoi An Agarwood · 惠安沉香
Zutaten: Adlerholz, Nanmu [der Beschreibungstext nennt es eine „Adlerholz Mischung“.]
Preis: ~ 39$ (ca. 34€) für 20-30 Stäbchen von 18-21cm länge.
Diese Adlerholzstäbchen (die auf der Website „Hui’an Agarwood“ geschrieben werden) haben einen würzigen Geruch bzw. diese interessante stechende Note, die bisweilen grün wirken kann. Ich habe sie (wenn auch deutlich stärker ausgeprägt) in unterschiedlichen „Kinam“ Räucherstäbchen gerochen.
Sie mischt sich hier mit einem dezenten, trockenen Holzgeruch und wird von einer ausgewogenen Süße begleitet.
Ich empfinde Hoi An Agarwood als recht charakterstark, aber unaufdringlich.
Die Stäbchen sind fragil und brennen rasch ab.

Natural Sandalwood · 天然檀香
Für Natural Sandalwood sind keine Zutaten angegeben, nur eine Liste von Dingen, die nicht enthalten sind.
Preis: ~ 23,50$ (ca. 20,60€) für 20-30 Stäbchen von 18-21cm Länge.
Der Geruch wird als „tief holzig, weich, mit einem natürlich süßen Unterton“ beschrieben.
Was genau „Natural Sandalwood„, also „natürliches Sandelholz“, ist, wird nicht verraten.
Ich finde solche Benennungen immer verwunderlich, wirft es doch die Frage auf, inwiefern dieses Sandelholz natürlicher ist als das der anderen Sorten, zumal Yi Chen ja bei allen ihren Produkten die Natürlichkeit der Zutaten betonen.
Ich rieche nur sehr wenig Weichheit in dem Geruch. Er ist holzig, so wie auch Räucherwerk von hellem Zedernholz holzig riecht; mit einer leicht stechenden Note, wenn es sich nicht stark genug in der Luft verdünnt hat.
Es hat den Charakter von günstigem Sandelholz; Süße finde ich keine.

Laoshan Sandalwood · 老山檀香
Für Laoshan Sandelholz findet sich keine Zutatenliste, der Beschreibungstext besagt aber, dass in den Stäbchen „Laoshan Sandelholz“ verwendet wird, womit in der Regel Sandelholz aus Indien gemeint ist.
Preis: ~ 28$ (ca. 24,50€) für 20-30 Stäbchen von 18-21cm Länge.
Diese Stäbchen haben die milchig-weiche Süße, die man von indischem, oder speziell Mysore-Sandelholz erwarten würde. Der Geruch hat dazu eine relativ starke Holzigkeit mit leichter Würze.
Ein klassischer Sandelholzduft.
Sample Set 2 (Rot, 4 Sorten)


Aged Mugwort · 陳年艾草
Zutaten: Beifuß, Zypresse, Nanmu
Preis: ~ 15$ (ca. 13€) für 30-40 Stäbchen von 210cm Länge.
Bei Mugwort (zu Deutsch Beifuß) hätte ich schon im Rohgeruch eine stark bittere Note erwartet, aber im Gegenteil: Der Duft der rohen Stäbchen ist erstaunlich süß, fast blumig; er erinnert mich an lieblichen Kräutertee.
Angezündet, wird man sofort von dem bekannten, herben bis bitteren Kräutergeruch begrüßt. Das Aroma ist robust, erdig-krautig, aber nicht harsch. Den Stäbchen fehlen die schnell auftauchenden, brandigen Off-Noten von verbrennendem Grünzeug; es ist ein bemerkenswert „reiner“ Kräuterduft.
Auch beim Abbrennen ist noch ein Hauch der anfangs bemerkten Süße vorhanden.
Beifuß (und herbe Kräuterdüfte im Allgemeinen) sind kein Genre, zu dem ich mich angezogen fühle, Mugwort haben mich aber dennoch beeindruckt.

New Sandalwood · 新山檀香
Zutaten: Sandalwood, Nanmu
Preis: ~ 13$ (ca. 11,40€) für 20-30 Stäbchen von 18-21cm Länge.
Die Beschreibung verrät, dass „New Sandalwood“ das Sandelholz neuerer Quellen von kultiviertem Sandelholz meint. Es steht auch, dass es im Vergleich zu „Old Mountain Sandalwood“ (womit in der Regel indisches Sandelholz gemeint ist) einen leichteren Duft mit frischerem Aroma und zarten holzigen Noten hat.
Die helle, gelbliche Farbe verrät, dass es kein australisches Sandelholz (Santalum spicatum) sein wird, allerdings wird in Australien auch weißes Sandelholz (Santalum album) kultiviert. Eine andere, vielleicht wahrscheinlichere Quelle für dieses Sandelholz ist Indonesien, wo Santalum album und Varianten davon natürlich vorkommen und ebenfalls kultiviert werden.
Der Geruch dieser Stäbchen ist recht satt und eindeutig als Sandelholz zu erkennen. Es hat wenig Süße, aber dafür den beinahe salzigen oder säuerlichen, buttrig-weichen Charakter mancher Sandelhölzer.
Ein voller, holziger Geruch, der mit einer sehr feinen Würzigkeit unterlegt ist.

Hai’nan Jiangzhen · 海南降真香
Zutaten: Jiangzhen Holz, Nanmu
Preis: ~ 37,50$ (ca. 33€) für 20-30 Stäbchen zwischen 18 und 21 cm.
Aus der Beschreibung des Yichen-Shops geht nicht hervor, inwiefern sich Hai’nan Jiangzhen und Jiangzhen Incense aus dem gelben Sampler unterscheiden.
Auf Nachfrage wurde mir gesagt, Hai’nan Jiangzhen Holz stamme speziell aus der Hainan-Region in China, während das andere Jiangzhen aus diversen Regionen stammt. Das Holz von Hainan Jiangzhen sei viel hochwertiger und vom Geruch deutlich unterschiedlich.
Hai’nan Jiangzhen hat einen hochinteressanten Duft. Schon der Rohgeruch ist ungewöhnlich: säuerlich, wachsig und medizinisch.
Zünde ich ein Stäbchen an, rieche ich (wie bei der anderen Version) eine dunkle, holzige Note, die mich an antike Möbel erinnert, diese ist jedoch hier nicht tonangebend.
Es fällt sofort eine eigentümliche Süße auf, die ich grob zwischen Honig und Styraxbalsam einordnen würde, inklusive einer Prise der stechenden Note, die pures Styrax hat.
Dazu gesellt sich eine überraschende Floralität. Sie erinnert mich vage an Flieder oder auch Lilien: ein schwerer, süßer Blütenduft.
Zwischendrin erinnert mich der Geruch des Weiteren an Pfeifentabak, aber nicht den Rauch. Es ist mehr wie der Geruch, der in einer leeren Packung zurückbleibt.
Hai’nan Jiangzhen hat ausgesprochen viel Charakter und ist ein ungewöhnlicher Duft, den man in gängigen Räucherstäbchen nicht finden wird.

Goose-Pear Pavilion · 鵝梨帳中香
Im Sampler ist die Sorte mit „Goose Pear Incense“ beschriftet, auf der Website wird sie „Goose Pear Pavilion“ genannt.
Zutaten: Das KI-generierte Bild, das die Zutaten angibt, spricht von Adlerholz, Sandelholz und Pear (=Birne), wobei es dazu das Bild einer Birne zeigt. Goose Pear Räucherwerk wird jedoch mit „goose pear“ hergestellt, was eine Art von Quitte ist.
Im Beschreibungstext liest man „Diese Mischung enthält typischerweise Adlerholz, Sandelholz, Nelke, Weihrauch und andere weiche Kräuter […]“
Ich habe wegen der Ungereimtheit nachgefragt.
Zum KI-Bild wurde mir nur gesagt: „AI is not correct 😅 do not trust that.“ Yichen raten mir also, dem KI-Bild, das sie selbst in ihrer Produktbeschreibung verwenden, nicht zu vertrauen. Großartig. 😐
Meine Frage nach den korrekten Zutaten wurde nur sehr ausweichend beantwortet. Es hieß nur „hauptsächlich Sandelholz, Adlerholz und Pear“.
Preis: ~ 23$ für 30-40 Stäbchen von 18-21cm länge
Diese Stäbchen sind hauchfein extrudiert; der Durchmesser beträgt nur einen Millimeter.
Der Duft unterscheidet sich drastisch von allen „Goose Pear“ Räucherwerken, die ich bisher probiert habe, und das auf eine äußerst unerwartete Weise:
Selbst nach dem vierten Versuch interpretiert meine Nase den Geruch als ein relativ typisches „3 Könige“-Konzept, das sich durch eine Mischung aus Weihrauch, Myrrhe und Benzoe auszeichnet. Ich habe vor etwa 2 Jahren angefangen, mit dieser Mischung zu spielen, sowohl als loses Räucherwerk, als auch in Form von Stäbchen. Eine Variante habe ich mit (australischem) Sandelholz als Basis gemacht – der Geruch von Goose Pear Pavilion erinnert mich genau an diese (allerdings ohne eine erkennbare Myrrhe-Note, welche meine haben).
Die Basis des Duftes ist holzig, er hat aber eine deutlich harzige Note, die sich mit einer starken Süße kombiniert, wie ich sie nur als Weihrauch und Benzoe interpretieren kann.
Ich habe in ihnen nach einem Geruch gesucht, den ich mit Adlerholz in Verbindung setzen kann, bin aber immer wieder bei den drei Königen gelandet.
Was mir darüber hinaus noch auffällt, ist eine feine, florale Note, die ich nicht näher benennen kann.
Der Duft von Goose Pear Pavilion ist schön. Er wirkt rund und ausgewogen, mit einem warmen, entspannenden Charakter. Gemessen an dem geringen Durchmesser der Stäbchen finde ich sie beeindruckend kräftig.
Die Sandelholz-Sorten im Vergleich

Mit derart wenigen Samples war ein ausführlicher Vergleich kaum möglich. Soviel kann ich aber sagen:
Natural Sandalwood ist für mich das schwächste der drei. Es hat kaum nennenswerten Sandelholzcharakter, sondern bietet einfach nur einen nicht unangenehmen Holzrauchgeruch.
New Sandalwood die günstigsten der drei, haben deutlich mehr Charakter zu bieten und dazu noch bei einem deutlich attraktiveren Preis.
Es ist ein voller, wenig süßer Sandelholzduft mit einer feinen, subtilen, holzigen Würzigkeit und der bekannten, leicht salzig anmutenden, butterigen Weichheit mancher Sandelholzer.
Laoshan Sandalwood – die teuersten der drei – bieten einen klassischen, holzig-würzigen Sandelholzduft mit der milchigen, weichen Süße, die mit indischem Sandelholz assoziiert wird.
New Sandalwood stechen für mich, was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht, deutlich heraus.
Die Agarwood-Sorten im Vergleich

Es kommt auf diesem Foto leider nicht sonderlich gut heraus, aber Natural Agarwood ist um einiges dunkler als Hoi An Agarwood.
Hoi An Agarwood scheint mir einen etwas klareren, definierteren Charakter zu haben als Natural Agarwood. Ich rieche einen Anteil der interessanten, stechenden Note, die ich immer wieder in „Kinam“ Agarwood finde; dabei haben die Stäbchen von Yichen aber eine deutlich ausgeprägtere Süße.
Natural Agarwood wirken im Anschluss verbrannt deutlich weniger definiert, aber immer noch rund und angenehm. Der Geruch ist holziger, leicht balsamisch und warm-süß.
Auch hier war mit der geringen Anzahl an Samples nur ein sehr rudimentärer Vergleich möglich.
Die Jiangzhen-Sorten im Vergleich

Das Foto weicht aufgrund der Beleuchtung stark von den tatsächlichen Farben der Stäbchen ab. Die bei den Reviews befindlichen Scans sind farblich akkurat.
Bei meiner Online-Recherche zu Jiangzhen Holz bin ich auf diesen Artikel gestoßen, der besagt, dass Jiangzhen wegen einer Namensgleichheit oft verwechselt wird.
Der Autor hält Acronychia pedunculata für das korrekte Jiangzhen im Zusammenhang mit Räucherwerk, während Dalbergia odorifera zwar in der traditionell chinesischen Medizin Verwendung findet, aber nicht als Räucherwerk. – Überraschend, finde ich, wo doch „odorifera“ darauf hinweist, dass eine Pflanze duftend ist…
Im Westen ist Jiangzhen jedenfalls grundsätzlich kein bekanntes Räucherwerkmaterial, aber in China scheint es kulturelle Bedeutung zu haben.
Welches Holz nun von diesen beiden Pflanzen für dieses Räucherwerk verwendet wird, kann ich nicht sagen.
Ich habe Yichen nach ihrer Meinung zu dem Artikel gefragt. Ihre einzige Reaktion: „Es ist schwer zu beurteilen“.
Die beiden Jiangzhen-Sorten unterscheiden sich drastisch:
Jianghzhen Incense hat einen beinahe eindimensionalen, relativ simplen Duft. Der Charakter wirft für mich die Frage auf, ob dieses Holz hauptsächlich aus Gründen der kulturellen Signifikanz verbrannt wird und weniger wegen seines Aromas.
Hai’nan Jiangzhen hat hingegen einen starken, eigenen Charakter. Neben einer tiefen Holzigkeit hat sein Duft eine eigentümliche Süße und eine überraschende Floralität zu bieten.
Resümee:
Was mir an Yichen gefällt
- Ich mag Yichen’s Website, ich finde sie übersichtlich und gut gemacht.
- Produktbeschreibungen sind recht detailliert und bieten in der Regel nicht nur blumigen Marketingtext.
Besonders schätze ich die Auflistung von Kopf-, Herz- und Basisnoten, welche man bei den meisten Sorten findet. Ich habe diese als sehr treffend empfunden.
Dass diese Beschreibung zweisprachig – in Chinesisch und Englisch – angeboten wird, ist ein nettes Detail. - Die empfundene Natürlichkeit und Qualität der meisten Sorten
- Ich hätte hier auch gerne die bereitgestellten Zutatenlisten aufgeführt, wie sich herausgestellt hat, sind diese aber nicht zuverlässig.
Was mir an Yichen nicht gefällt
- Bei keiner der Sorten wird ein Gewicht angegeben, es wird rein nach Stückzahl verkauft. Das alleine ist nicht ungewöhnlich oder negativ, was mich aber sehr stört, ist die ungenaue Angabe von 20-30 oder 30-40 Stäbchen. Das ist eine Differenz von 25-33 % und das bei Räucherstäbchen, die bis zu ~ 40$ bzw. 34€ kosten!
Bei fast allen Stäbchen wird dazu nur eine variable Länge von 18-21cm angegeben.
Bei einem handgemachten Produkt, das sich im High-End-Sektor ansiedeln will, möchte ich schon genauer wissen, wie viel ich bekomme. - Yichen geben zwar Zutaten an, benutzen dafür aber KI-generierte Bilder, die noch dazu nach ihren eigenen Angaben nicht vertrauenswürdig sind. (Siehe Goose Pear Incense).
Die Zutatenlisten sind außerdem zumindest für manche Sorten nicht komplett, was die Frage offenlässt, welche Listen es tatsächlich sind.
Es war für mich schwer zu beurteilen, ob die zurückhaltende Auskunft bezüglich der Zutaten seitens Yichen an Unwillen oder Unwissen lag. - Yichen’s Attitüde.
Zugegeben: Als normaler Kunde hätte man davon nichts mitbekommen, aber es war nun mal Teil meiner Erfahrung mit ihnen, und die hat mir Yichen leider unsympathisch gemacht. Die Details können Sie gerne dem unten angefügten Abschnitt entnehmen.
Meine persönliche Erfahrung mit Yichen
Yichen haben mich kurz vor Ende meiner letzten Review-Saison kontaktiert und mich gefragt, wie ich normalerweise mit Räucherwerk-Firmen zusammenarbeite.
Daraufhin habe ich ihnen einen Link zu meinen Hinweisen für Händler und Hersteller geschickt, welche alle wichtigen Informationen dazu enthalten; auch die minimale Anzahl an Samples, die ich für ein anständiges Review benötige. Wenn sie damit einverstanden wären, könnten sie mir gerne Samples schicken.
Es folgte eine längere Unterhaltung, im Laufe deren sie einige Fragen nach der „Followerzahl“ meines Blogs hatten, welche ich mit aktuellen Screenshots meiner Statistik beantwortete.
Erst wurde mir gesagt, dass sie mir einige Samples schicken möchten, und sie haben sich meine Adresse geben lassen.
Im weiteren Gespräch haben sie sich (neben reichlich Small Talk) Tipps zum Verpacken von Räucherstäbchen im internationalen Versand geben lassen, und erwähnt, dass sie gerne mehr über den internationalen Markt lernen würden.
Ich habe ihnen daraufhin empfohlen, sie sollen die Posts auf Reddit r/Incense lesen, um mehr über die Interessen von Kunden im Westen zu erfahren.
Dazu habe ich eine sehr deutliche Warnung ausgesprochen, nicht zu versuchen, dort Werbung zu posten, da es gegen die Regeln von r/Incense verstoße und diese Regeln sehr strikt durchgesetzt würden.
Später musste ich feststellen, dass sie wohl noch während unseres Gespräches stracks einen Reddit-Account gemacht und versucht haben, auf r/Incense, 2 Werbeposts zu veröffentlichen. 😐 (Diese wurden natürlich umgehend gelöscht; der Account wurde sofort gebannt.)
Dann, am nächsten Tag, hieß es plötzlich, dass sie normalerweise keine Gratis-Samples ausgeben. Sie hätten in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen damit gemacht.
Stattdessen wurde ich gefragt, ob ich Interesse hätte, die Sample-Sets zu kaufen; sie würden mir auch einen 5$-Gutschein geben.
Ich habe ihnen erklärt, dass das für mich nicht infrage kommt, da ich mehr als genug Räucherwerk habe, das noch auf ein Review wartet. Sie wären nicht die erste Firma, die versucht, mich dazu zu bringen, ihr Räucherwerk zu kaufen und dafür noch ein Review zu bekommen.
Es wäre ganz ihre Entscheidung, ob sie mir Samples schicken wollen oder nicht.
Ich würde ihnen in jedem Fall alles Gute wünschen.
Dann ging alles plötzlich ganz schnell und es war plötzlich überhaupt kein Problem mehr, mir Samples schicken. 🙄
Ganz ehrlich: Ich ärgere mich, dass ich zu dem Zeitpunkt nicht einfach einen Schlussstrich gezogen und die Samples abgelehnt habe.
Ich war in dem Moment einfach zu genervt von ihrem Verhalten und hatte keine Lust auf weitere Interaktion.
Sie haben die Samples also geschickt, der Versand erfolgte mit Tracking, keine Probleme mit dem Zoll, alles wunderbar.
Beim Auspacken ist mir dann schnell klar geworden, dass sie meine Bedingungen, die in den Hinweisen für Händler und Hersteller dargelegt werden, entweder ignoriert, oder wahrscheinlich gar nicht erst gelesen hatten. Die Samples sind winzig und mengenmäßig kaum ausreichend für ein anständiges Review.
In ein paar wenige Sorten habe ich noch letztes Jahr die Nase gesteckt, der Großteil musste jedoch – wie erwartet – bis 2026 warten, da meine Review-Saison sich dem Ende neigte.
Das hat Yichen nicht davon abgehalten, mich immer mal wieder nach dem Stand der Dinge zu fragen, die Informationen über meine Review-Pause während der kalten Saison ignorierend, auf die ich sie bereits hingewiesen hatte.
Sie gingen sogar so weit, mir Anfang Februar zu sagen, dass sie an „viele Leute Samples geschickt“ hätten, die „alle seither ihr Feedback mit ihnen geteilt“ hätten.
Was eine interessante Aussage ist, nachdem sie sich zuvor über ihre schlechten Erfahrungen beklagt hatten und sagten, dass sie deswegen keine Samples mehr ausgeben. Und das im Februar – ein gutes Monat+ bevor meine Review-Saison beginnt, was ich ihnen mehrfach gesagt hatte. 🤬
Die ganze Situation hat mich in einem Limbo-Zustand zwischen Neugierde auf Yichen’s Räucherwerk und Genervtheit über ihre Attitüde gehalten (was dem Fortschreiten der Reviews nicht unbedingt zuträglich war).
Die einzigen chinesischen Rächerstäbchen, die ich bisher kannte, stammten von AliExpress. Ich fand es reizvoll, direkt mit einem chinesischen Hersteller arbeiten zu können und darüber eventuell interessante Einblicke erlangen zu können.
Die Kommunikation hat sich jedoch als insgesamt sehr unbefriedigend erwiesen.
Zwischendrin war ich sogar kurz davor, die Sachen einfach wegzuwerfen und Yichen zu blockieren, aber das ist weder meine Art, noch entspricht es meiner Liebe für Räucherwerk oder meiner Ablehnung von Verschwendung.
Man könnte sagen, dieser Artikel ist aus Trotz entstanden; aus meinem Bedürfnis, über interessantes Räucherwerk zu schreiben, und gleichzeitig etwas Licht hinter die Kulissen – auf das Benehmen gewisser Firmen – zu werfen.
Mit dem Fertigstellen dieses Artikels habe ich mit Yichen abgeschlossen.
Die Lehre, die ich aus dieser Erfahrung ziehe, ist, rechtzeitig „Nein“ zu sagen.
