Rauchfahne

Sons of Asgard – Ash

Dieses Sample hat mir mein Freund und Bloggerkollege Steve geschickt; er hat Sons of Asgard bisher nicht reviewt.

Eigentlich nehme ich immer mehr Abstand davon, auf Basis eines einzelnen Stäbchens ein Review zu schreiben, aber bei Ash war es einfach, eine Ausnahme zu machen, da ich diesen Duft wahrscheinlich schon ein halbes Dutzend Mal unter diversen Namen in der Nase hatte.

Sons of Asgard ist ein in Glastonbury, England, ansässiger Laden für spirituelle Produkte; sie führen auch einen Onlineshop.
Wie der Name schon suggeriert, sind Sons of Asgard stark von der germanischen Mythologie inspiriert; Asgard ist die Heimat der nordischen Götter.

Auf den Produktseiten der Räucherstäbchen ist zu lesen, dass sie von ihnen selbst handgemacht werden. Auf Ihrer About Us Seite wird noch mal extra betont „Alles, was unser Label trägt (wir verkaufen auch ein paar Stücke von anderen Herstellern), ist von uns handgefertigt“.
Umso enttäuschender war es, das Sample auszupacken und festzustellen, dass mir Stil und Duft allzu vertraut sind. Ich habe keinen Zweifel daran, dass diese Stäbchen von dem indischen Hersteller HMS stammen, der für eine Vielzahl von Marken weltweit Räucherstäbchen produziert. Beispiele für englische Marken sind unter anderem Pure, Gokula, und Sacred Elephant; Prasad sind in den USA ansässig und in Deutschland verkaufen BERK unter ihrer Marke Holy Smoks HMS-Stäbchen in ihrer Blue Line.
Für manche dieser Marken werden Duftvarianten individuell angefertigt oder bestehende Rezepte modifiziert. Es gibt außerdem unterschiedliche Preisklassen, abhängig davon, wie viel Öl in den Stäbchen eingebracht wurde.
HMS machen sogenannte Hybrid-Masala: Mit der Masala-Methode hergestellte Stäbchen werden nach dem Trocknen mit ätherischen Ölen oder Duftölen getränkt.
Bei Ash muss es sich um eine der Sandelholz-Varianten handeln.

Hier sehen Sie das Sample von Ash (oben) im Vergleich zu zwei Stäbchen Prasad – Celestial Sandalwood (unten).

Die Stäbchen sehen nicht nur fast identisch aus, sie riechen auch recht gleich.
Abgesehen von Pure bin ich mit diesem Duft ebenso durch die Astral Sandal genannten Stäbchen von Holy Smokes vertraut; sie riechen außerdem sehr ähnlich wie die von Bhagwan verkauften Red Sandalwood.

Ash kosten £5.95 für eine Packung mit 10 Stäbchen, das entspricht aktuell etwa 6,80€.


Der Geruch von Ash ist gut; ein öllastiger Sandelholzduft, durchzogen von süßen Noten wie von Vanille und Coumarin.
Im Hintergrund riecht man ein wenig die Masala-Basis, was dem Duft etwas mehr Substanz gibt.

Beim Erlöschen kommt leider der brandige Geruch des Bambusstäbchens sehr deutlich durch.
Ist dieser unangenehme Geruch verflogen, bleibt ein lieblicher Sandelholzduft im Raum zurück.

Ich finde Ash wirklich lecker.
Dass hier scheinbar auf magische Weise von einem renommierten Hersteller in Indien produzierte Räucherstäbchen in selbstgemachte Räucherstäbchen verwandelt werden, die mit den Bäumen des keltischen Baumkalenders korrespondieren und deren „energetische Eigenschaften“ in sich tragen wollen, gibt dem Ganzen allerdings schon einen faden Beigeschmack.

Es wundert mich, dass eine Firma so leichtsinnig ihre Glaubwürdigkeit riskiert, wo doch die Stäbchen von HMS derartig weitverbreitet sind und aufgrund des speziellen Stils von HMS einen hohen Wiedererkennungswert haben.

Der Räucherstäbchenmarkt hat mit seinen allgegenwärtigen Behauptungen von hundertprozentiger Natürlichkeit ohnehin schon ein massives Glaubwürdigkeitsproblem, und Beispiele wie dieses tragen zusätzlich dazu bei.
Was ich besonders traurig finde, ist, dass diese Unehrlichkeit auch die Glaubwürdigkeit der Menschen herabsetzt, die tatsächlich selbstgemachtes Räucherwerk verkaufen.

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