Rauchfahne

Jallan – Loban

Diese beiden Stäbchen habe ich von Sascha bekommen (Mitte 2024), der direkt über deren Instagram bei Jallan bestellt hat.
Jallan sind ein relativ junges und kleines Unternehmen in Mumbai. Aktuell beschäftigen sie 7 Arbeiter, welche die Räucherstäbchen rollen.

Diese Stäbchen unten im Bild haben eine Standardlänge von 8″ (ca. 20,5cm), was bei Jallan aber nur die Sample-Größe ist; reguläre Jallan Stäbchen haben mit 12″ (ca. 30,5cm) Überlänge und brennen etwa eineinhalb Stunden.
Es gibt zwei unterschiedliche Packungen, denen immer ein passender Halter beiliegt: Die runden Tuben enthalten 60 Stäbchen und die dreieckigen enthalten 30.

Mir wurden die Preise nur inklusive Versandkosten genannt, was bedeutet, dass eine einzelne der kleinen Packungen auf 20€ kommen würde und die großen, mit 60 Stäbchen auf 25€. Wenn man mehr nimmt, wird es allerdings erheblich günstiger, so kosten zwei kleine Packungen nur 30€ und zwei große 35€.
Sascha hat unter 40€ bezahlt und alle Sorten probiert.

Dies ist die letzte der Sorten von Jallan.

Ich fand Loban besonders deswegen interessant, weil mir von Shivam Jallan (dem Gründer und Eigentümer der Firma) gesagt wurde, dass sie unter anderem Ghee (indische, gereinigte Butter) enthalten. Ghee kommt häufig in Pooja-Ritualen zum Einsatz und ist von daher auch öfter in rituellen Räuchermischungen zu finden.
Es wird häufig gesagt, dass Soft Dhoops mit Ghee gemacht werden. Ich habe mich vor längerem einmal mit Alok Pandey (Malaan Gaudhoop) über das Thema Ghee in Dhoops unterhalten. Seine Reaktion: „Ich bezweifle stark, dass bei der gewerblichen Herstellung von Räucherwerk Ghee verwendet wird; es ist nämlich sehr teuer und trägt zudem keinerlei Duftnote bei. Tatsächlich würde dessen Zugabe die gesamte Charge mit der Zeit sogar verderben.„
Letzteres ist ein Punkt, der mich ebenfalls hat zweifeln lassen: Butterschmalz wird irgendwann ranzig.
Gleichzeitig gibt es in der Räucherwerk-Online-Community eine Handvoll Hobbyisten, die schon mit selbstgemachtem Dhoop und Ghee experimentiert haben, und immer Positives zu berichten wussten.

Die Stäbchen haben einen sehr eigenartigen Rohgeruch. Stechend-sauer, aber auch süßlich, im Hintergrund ein bitterer Mief. Dazu ein Hauch Klostein.
Mit der Zeit ist der Geruch fieser geworden und ist mittlerweile ernsthaft abstoßend.

Anfangs fand ich den Geruch noch einigermaßen interessant. Funky, aber auf eine aromatische, moschusartige Weise.
Der Geruch hatte eine balsamische Süße und eine Weichheit, die nahe an dem Wachsgeruch mancher Nag Champa lag. Ich glaubte, darin das Ghee zu erkennen.
Ich habe mich an irgendwelche Dhoops, die mir Steve geschickt hatte, erinnert gefühlt.
Bereits damals empfand ich den Geruch nach einer Weile als aufdringlich. Obendrein hängt er sich sehr stark im Raum und an Textilien ein.

Schon beim nächsten Versuch habe ich eine Veränderung ins Negative festgestellt. Es fing an, „verkehrt“ zu riechen, und es tauchten zunehmend Off-Noten auf, wie der bittere Geruch von heißem Gummi oder der fischig-süßliche Geruch von Kabelbrand.
Außerdem eine Art Stallgeruch, verbunden mit ranzigem Fett.

Selbst wenn diese Stäbchen – wenn sie frisch sind – gut riechen, ihre Lebensdauer scheint recht kurz zu sein. Vom Kauf würde ich eher abraten.

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