Rauchfahne

pureYemen: Dragon’s Blood, Frankincense, Myrrh

Diese drei Samples habe ich von meinem Freund und Blogger-Kollegen Steve bekommen. Seine Reviews finden Sie hier.

Als ich, Anfang 2025 seine Reviews gelesen habe, bin ich seinem Link auf die Website von pureYemen gefolgt. Damals sah die Seite aber noch anders aus. Es wurde ziemlich ausgiebig darauf aufmerksam gemacht, dass sie Samples verschenken würden. Man müsse nur das unten stehende Kontaktformular ausfüllen.
Da ich auf die Stäbchen sehr neugierig war, habe ich das das Formular ausgefüllt und abgesendet. Samples oder auch nur eine Antwort habe ich von pureYemen jedoch nie bekommen. 🙁

Auf der aktuellen Seite findet sich kein Angebot für Samples mehr. Die einzigen beiden Produkte, die dort zum Kauf angeboten werden, sind Sets: eine Räucherwerk-Geschenkbox (welche neben einer Räucherzange und einem Stäbchenhalter die Stäbchen enthält, die puren Harze und 9 mysteriöse Räuchermischungen, die nicht näher beschrieben oder benannt werden) und eine Wellness-Geschenkbox.

Es gibt auch einen Etsy-Shop, der die einzelnen Räucherstäbchensorten anbietet, allerdings nur ab 100 Stück, für entweder 181,92€ oder 245,91€, je nach Sorte.
Die Stäbchen sind 6″ (ca. 15cm) lang und brennen über eine Stunde.

pureYemen scheinen mit ihrem Geschäft mehr auf Wiederverkäufer abzuzielen. Steve hat seine Stäbchen von der Marke Herbal Dimensions gekauft. Diese sind in UK ansässig. Für 10 Stäbchen egal welcher Sorte zahlt man 10,95€.

Was Informationen über die Zutaten ihrer Räucherstäbchen anbelangt, war die alte Seite ergiebiger. Dort stand, dass sie in ihren Stäbchen lokal produzierten Honig verwenden, und die Stäbchen aus den Stilen von Dattelpalmenblättern gefertigt sind. Außerdem wurde Holzkohle erwähnt.


Pure Yemen - Dragon's Blood

Dragon’s Blood

Dragon’s Blood riecht für mich stark nach Weihrauch. Vor allem am Anfang, in den ersten 2-3 Minuten nach dem Anzünden, kommt ein frischer, harziger Weihrauchgeruch durch.
Danach wird der Anteil des Drachenblutes deutlicher.
Ich finde eine balsamische Weichheit, in Begleitung von einem herben, aber auch süßlichen Aroma, das an warmes Plastik erinnern kann. Dazu kommt eine sehr subtile Floralität die ich als typisch für sokotrisches Drachenblut empfinde.

Ich habe den Eindruck, dass der Weihrauch das Drachenblut etwas süßer riechen lässt und die florale Note hebt. Wobei dafür auch der Honig verantwortlich sein könnte.
Im Vergleich zu Frankincense riechen Dragon’s Blood harzig-frischer und beinahe ein wenig fruchtig.

Als ich eines der Stäbchen Anfang des Jahres probiert habe, fand ich die Plastiknote viel deutlicher und ich habe auch einen Geruch wie von verbrannten Haaren oder Horn wahrgenommen. Bei Temperaturen von über 20°C ist von letzterem nichts mehr zu bemerken. Der Plastikgeruch ist schlichtweg ein natürlicher Aspekt des Drachenblutharzes, der vor allem auf Kohle recht deutlich herauskommt, aber selbst beim schonenden Erhitzen auf einem Stövchen noch vorhanden ist.

Der Nachgeruch ist langanhaltend und angenehm. Es ist vor allem der weiche, harzig-balsamische Geruch, der sich lange im Raum hält.

Dragon’s Blood sind meines Erachtens keine reinen Drachenblut-Räucherstäbchen, was allerdings auch keine gute Idee wäre. Ich finde die Mischung ausgesprochen gut gelungen, um die positiven Charakterzüge dieses Harzes hervorzuheben und zu unterstreichen.
Es sind die besten, authentischen Drachenblut-Räucherstäbchen, die ich bisher probiert habe, und dazu hervorragende Harz-Räucherstäbchen.


Pure Yemen - Frankincense

Frankincense

Frankincense fangen ähnlich harzig-frisch an wie Dragon’s Blood, werden aber im Verlauf etwas herber. Es ist ein sehr typischer, klassischer Weihrauchgeruch, mit leichter Assoziation zu Kirche.
Auch in Frankincense steckt eine sehr schöne, wenn auch subtile Süße, die nicht nur vom Harz an sich zu kommen scheint.

In guter Verdünnung wirkt der Geruch sehr rund und angenehm. Wenn ich den Rauch etwas direkter abbekomme, riecht es mehr bitter als herb, was ich auf den Gummianteil im Weihrauchharz zurückführe.

Frankincense verströmt einen robusten Weihrauchgeruch; klassisch und unverfälscht.


Pure Yemen - Myrrh

Socotran Myrrh

Sokotrische Myrrhe (Commiphora kua) ist nicht gewöhnliche Myrrhe (Commiphora myrrha). Es ist eine seltene, auf der Insel Sokotra endemische Myrrhenart, die für ihr weiches, süßes Duftprofil bekannt ist, das im Kontrast zur gängigen Myrrhe kaum Bitternoten enthält.
Ich besitze von Kua Myrrhe nur ein kleines Sample. Bisher hatte ich diese ausschließlich auf einem Räucherstövchen verwendet und niemals verbrannt, was ich in Vorbereitung auf dieses Review geändert habe.

Das Stäbchen eröffnet mit einem relativ deutlichen Weihrauchton, den ich auch schon vor dem Anzünden wahrnehmen kann.
Während der ersten Minuten tritt dieser in den Hintergrund, bleibt aber weiter wahrnehmbar.
Er mischt sich mit der harzig-frischen und leicht stechenden Note, welche auch die pure Kua Myrrhe hat. Es ist ein fließender Übergang, bei dem ich nicht klar sagen kann, wo das eine aufhört und das andere beginnt.

Es stellt sich zunehmend ein balsamisch-weicher Myrrhe-Geruch ein, der weiterhin von einer leicht stechenden Harzigkeit begleitet wird. Diese ist etwa auf Augenhöhe mit einer herben, aber nicht direkt bitteren Note.
Was ich in dem Stäbchen nicht finde, ist die an süße Früchte wie sehr reife Pfirsiche oder auch Trockenfrüchte erinnernde Süße von Kua, noch das Röstaroma, das ein wenig an Kaffee erinnert.

Bei Stäbchen mit einem hohen Gehalt an regulärer Myrrhe würde ich starke Bitternoten, und mit hoher Wahrscheinlichkeit eine an Aschenbecher erinnernde Off-Note erwarten.
Hier schnappe ich zwar ab und an einen Hauch des typischen Gummigeruchs auf, dieser ist aber kaum nennenswert, weil er praktisch nur dann auftaucht, wenn sich der Rauch nicht ausreichend verdünnt hat.
In der Raumluft nimmt der Geruch eine fast puderige Textur an, die eng mit dem holzigen Charakter verbunden ist, welchen sowohl reguläre als auch Kua Myrrhe haben.

Sokotran Myrrh zählen zu den besten Myrrhe Harz-Räucherstäbchen, die ich bisher hatte.


Resümee:

Die Qualität der pureYemen Räucherstäbchen ist überzeugend. Ich würde mir etwas mehr Transparenz, bzw. konkrete Informationen zu den Zutaten unter ihren aktuellen Angeboten wünschen, aber an den Stäbchen ist nichts auszusetzen.
Die Düfte mögen oberflächlich simpel wirken, es ist aber spürbar, dass hier gekonnt Mischverhältnisse ausbalanciert wurden, um die namensgebende Zutat optimal hervorzuheben.

Dragon’s Blood ist für mich die beste Sorte. Nicht nur, weil die Balance in diesen am besten gelungen scheint, sondern auch, weil es endlich mal authentische, gute Drachenblut-Räucherstäbchen sind.
Frankincense schneiden nur schlechter ab, weil sie sehr viel Konkurrenz haben und mir persönlich der verwendete Weihrauch etwas zu sehr nach Kirche riecht.
Für natürliche Myrrhe-Räucherstäbchen finde ich auch Socotran Myrrh bemerkenswert gut.

Mir gefällt die Idee, statt Bambus die Stile von Dattelpalmenblättern zu verwenden. Das Material ist augenscheinlich ähnlich faserig wie Bambus. Hätte ich nichts anderweitiges gelesen, hätte ich es für Bambus gehalten. Auch die Brenneigenschaften scheinen ebenbürtig zu sein.
Beim Ausgehen der Stäbchen ist mir kein unangenehmer Geruch aufgefallen. Beim letzten Stäbchen habe ich mal direkt am Rauch des noch glimmenden Stäbchens gerochen, und muss sagen, dass ich den Geruch neutraler finde, als den von Bambusstäbchen. Wenn ich diesen rieche, finde ich den Geruch recht unangenehm.

pureYemen machen anständige Harz-Räucherstäbchen. Ich hoffe, dass sich auch in Deutschland eine Quelle dafür auftut.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert