Diqa Bulush No. 1 und No. 2 (Rymer Shop)
Dies sind Samples aus einem Paket, das mir mein Freund Povilas zusammengestellt hat. Gekauft hat er sie bei Rymer, zusammen mit 2 weiteren Bakhoors, von denen er mir ebenfalls etwas abgegeben hat.
Rymer verkaufen all ihre Bakhoors in einfachen Blechdosen, was ich persönlich mag; außerdem zeigen sie den Inhalt in ihren Produktbildern. So schön manche der edlen Bakhoor Gläser und Dosen sind, oft fragt man sich doch, ob man hauptsächlich für die fancy Verpackung oder tatsächlich den Inhalt bezahlt.
Aktuell sehe ich 16 verschiedene Bakhoor Sorten im Rymer Sortiment; die Preise gehen von 8,29€ bis 20,79€ für jeweils 25g.
Rymer geben an, dass ihre Bakhoors lokale, omanische Produkte sind, die überwiegend für den Eigenverbrauch, zu Hause oder in kleinen Fabriken hergestellt werden; hauptsächlich von Frauen.
Ich habe die Sorten zufällig in umgekehrter Reihenfolge probiert, weswegen ich zuerst No. 2 reviewe. Da sich die Beschreibung von diesem aber zum Vergleich auf No. 1 bezieht, macht es Sinn, die Reviews zusammenzufassen.
Beide Bakhoors habe ich auf einem Teelicht Räucherstövchen verwendet.
Diqa Bulush No. 2
„Eine etwas holzigere Version im Vergleich zu No. 1, die weniger süß ist und das Aroma mit Noten von Oregano ergänzt.“
Preis: 12,46€ (299 Kč) – ca. 0,50€/g

Die Beschreibung ist sowohl für Povilas als für mich nicht ganz nachvollziehbar, da keiner von uns das (bei No. 1) angegebene Sandelholz riecht.
Diqa Bulush No. 2 riecht für mich in erster Linie nach Rose; floral und weich. Es hat sowohl die zuckerige Süße mancher Rosendüfte, als auch frischere Komponenten, welche den Geruch für mich davor bewahren, übersättigend zu werden.
Ich kann nicht behaupten, dass ich den Oregano erkenne, aber es ist definitiv etwas Grünes in der Komposition.
Wenn sich nach einer Weile die Rosenduftwolke lichtet (nach etwa 10-15 Minuten), kommen ein paar weitere, florale Noten zum Vorschein. Zu diesem Zeitpunkt hat das Bakhoor bereits eine deutlich dunklere Farbe angenommen. Der Geruch erinnert mich in diesem Stadium vage an irgendwelche japanischen Räucherstäbchen, Nippon Kodo – Shibayama vielleicht?
Danach folgt nach einigen Minuten (vielleicht 5) eine „Schlussphase“, in dem der Geruch des Bakhoors in den bitteraromatischen Geruch von anbrennendem Zucker übergeht und das Bakhoor sich dunkelbraun bis schwarz verfärbt. Es ist nicht wirklich unangenehm, die Geruchsentwicklung ist relativ niedrig, aber die Note fällt auf. Ich kann mir aber vorstellen, dass es intensiver ist, wenn man Diqa Bulush auf Kohle verräuchert und der Zucker tatsächlich verbrennt.
Ich finde Diqa Bulush No. 2 angenehm, aber es ist nichts, was ich mir selbst kaufen würde.
Für Rosenduftliebhaber, die einen etwas milderes Bakhoor suchen, würde ich es empfehlen.
Diqa Bulush No. 1
„Ein typisches Bakhoor, dominiert von Sandelholz, mit leichten Noten exotischer Blumen.“
Preis: 10,38€ (249 Kč) – ca. 0,42€/g

Diqa Bulush No. 1 ist ebenfalls sehr floral, aber ich bin nicht sicher, ob ich auch hier Rose rieche. Blumen wie Lilien, Tulpen und vielleicht etwas Jasmin tauchen vor meinem inneren Auge auf, ich weiß aber nicht, wie akkurat das ist. Der Charakter ist etwas spritziger und lebhafter als der von No. 2, welches durch die zuckerige Rosennote außerdem süßer wirkt.
Der Duft geht in dieselbe Richtung wie jener, der sich bei No. 2 nach etwa 10 Minuten einstellt, nur definierter und mit der Andeutung einer Ambernote im Hintergrund.
Außerdem finde ich, dass No. 1 anfangs einen leicht seifigen Einschlag hat, der aber schwach genug ist, um mich nicht zu stören.
Einen Sandelholzduft kann ich nicht finden.
Auch Diqa Bulush No. 1 hat einen angenehmen Geruch, den ich etwas interessanter finde als den von No. 2, obwohl No. 1 gewissermaßen die Basis der zweiten Version zu sein scheint.
Wie No. 2 ist auch Diqa Bulush No. 1 eher mild und entwickelt gegen Ende einen herben bis bitteren Karamellgeruch.
Resümee
Beide Diqa Bulush sind ein gutes Stück weniger intensiv als man es von Bakhoor üblicherweise kennt. Ich finde das angenehm, wer aber etwas Gegenteiliges erwartet, wäre wahrscheinlich enttäuscht. Es sind keine Bakhoors, die mit Leichtigkeit ein ganzes Haus beduften können.
Ähnliches gilt für den Nachgeruch der beiden: Er ist vergleichsweise subtil und nicht besonders langanhaltend.
Außerdem haben sie, wie in den Reviews schon erwähnt, einen leicht bitteren, aber nicht unangenehmen Geruch gemein, der gegen Ende auftaucht. Zucker wird gern als Grundzutat für Bakhoor und ähnliches Räucherwerk genannt. Trotzdem ist dieser Geruch eher selten zu finden, wie mir Povilas bestätigt hat.
Es ist möglich, dass die Potenz anderer Bakhoors diesen Geruch überdeckt. Tatsächlich spielt aber die Art des verwendeten Zuckers eine Rolle.
Geruchlich finde ich beide angenehm und unaufdringlich. Es sind freundliche, warme Blumendüfte. Sie treffen nicht ganz meinen Geschmack, aber dennoch würde ich sie jedem Reed Diffusor vorziehen.
Anmerkung zu Rymer:
Obwohl der Bestellvorgang etwas kompliziert war, wollte ich bei Rymer unbedingt bestellen, weil ich von seinem Sortiment wirklich beeindruckt bin. Nicht nur was Räucherstäbchen, sondern auch was loses Räucherwerk angeht.
Das System des Shops erlaubt nur Bestellungen innerhalb der Tschechischen Republik und aus der Slowakei, deswegen habe ich nachgefragt, ob sie auch in andere EU-Länder verschicken würden, was sie auf Anfrage gerne tun.
Michael Rymer, der Eigentümer, war während des gesamten Vorgangs sehr hilfsbereit und reaktionsschnell (in englischer Sprache). Mir wurde gesagt, ich solle meine echte Adresse in das Notizfeld an der Kasse eingeben und die Tschechische Republik und 54401 als Postleitzahl auswählen, um die Bestellung abschließen zu können.
Als Bezahloptionen gibt es Banküberweisung und einige andere – kein PayPal.
Eine Weile, nachdem ich die automatisierte Rechnung erhalten hatte, wurde mir eine zweite Rechnung mit den tatsächlichen Versandkosten zugesandt. Der Versand sollte ursprünglich 20€ kosten – was ich ziemlich hoch fand, aber trotzdem akzeptiert habe. Später schickte mir Herr Rymer eine weitere E-Mail, in der er mir mitteilte, dass es weniger gekostet hat als erwartet, und bot mir eine Rückerstattung von 6 € an. Die tatsächlichen Versandkosten betrugen also 14€, was ungefähr meiner Erwartung entsprach.
Er hätte genauso gut nichts sagen und das Geld einfach behalten können, hat er aber nicht und das finde ich sehr anständig.