Nippon Kodo – Sandalwood (Mainichi Koh und Kayuragi)
In diesem Artikel lege ich die Reviews zweier Sandelholzstäbchen von Nippon Kodo zusammen: Mainichi koh (die auch unter dem Namen Viva Sandalwood verkauft werden) und Kayuragi – Sandalwood.
Mainichi Koh habe ich von Steve geschickt bekommen. Er hat sich in seinem Review etwas tiefer in die Geschichte von Nippon Kodo und insbesondere von Mainichi Koh eingegraben; es ist sehr lesenswert.
Die Samples von Sandalwood aus der Linie Kayuragi stammen von meinem Freund Povilas.

Mainichi Koh – Sandalwood
Mainichikoh bedeutet so viel wie Räucherwerk für den täglichen Gebrauch, im Englischen gerne als „Everyday Incense“ bezeichnet.
Dieses Bild von Steve zeigt sowohl eine Großpackung der Variante Mainichi Koh, als auch eine Viva Sandalwood Rolle. Abgesehen von diesem Kommentar auf Reddit deutet alles darauf hin, dass es sich bei den beiden um dieselben Stäbchen in unterschiedlicher Verpackung handelt.
Die großen, gelben Schachteln scheinen eher für den japanischen Binnenmarkt und die Rollen für den Export gedacht zu sein. Trotzdem findet man auch die großen Schachteln in Shops außerhalb Japans, z. B. auf der US-Seite von Nippon Kodo (11$ für eine Schachtel mit 150 Stäbchen) oder einem Shop namens Japancom.de (19€ für 300 Stäbchen).
Die Stäbchen beider Verpackungsvarianten messen 14cm und brennen für etwa 30 Minuten.
Als Rollen verpackt habe ich aber auch eine lange Variante mit 22cm und einer Brenndauer von 55 Minuten gefunden.
Der Rohgeruch von Mainichi Koh Sandalwood erinnert mich an manche Sandelholzseifen und ich empfinde ihn als irgendwie altmodisch, so als wäre es ein Duft, den ich von meiner Oma gekannt habe.
Auch der Geruch beim Abbrennen ist ähnlich. Er wirkt nicht seifig, hat aber einen parfümigen Charakter, welcher zwar an Sandelholz erinnert, aber für mich nicht wirklich ins Schwarze trifft.
Das Aroma ist mäßig süß und cremig, mit einer an Kosmetikprodukte erinnernden Frische.
Dazu gesellt sich eine leicht stechende Note, die mich an den Kiefern- oder Tannennadelduft mancher deutscher Räucherkegel erinnert.
Zudem rieche ich einen leichten, papkartonartigen Rauchgeruch, welcher vermutlich vom Basismaterial kommt.
Ich glaube kaum, dass man für 6 Cent pro Stäbchen auf dem europäischen Markt mehr erwarten kann, allerdings würde ich dann doch lieber einen etwas höheren Preis zahlen, wenn ich dafür Räucherstäbchen bekomme, die nicht nach parfümiertem Sägemehl riechen.

Kayuragi – Sandalwood
Kayuragi sind eine etwas höherwertige Line von Nippon Kodo. Die Stäbchen kommen in Packungen zu 40 Stück, mit einer Länge von 14cm. Verpackt sind sie in einem Paulownia-Holzschuber, welcher in einer Papphülle steckt. Die Brenndauer beträgt ca. 25 Minuten.
Auf dem deutschen Markt kostet eine Packung ca. 17€, das macht etwa 0,42€ pro Stäbchen.
Das günstigste Angebot, das ich gefunden habe, stammt von Ongnamo, mit 16,20€.
Povilas, von dem ich diese Samples habe, hat mir ein Bild der Rückseite zur Verfügung gestellt, auf der sich ein Aufkleber befindet, der über potenziell allergieauslösende Inhaltsstoffe informiert:
3-METHYL-5-(2,2,3-TRIMETHYL-3-CYCLOPENTEN-1-YL) PENT-4-EN-2-OL, DIPROPYLENE GLYCOL, METHYL CEDRYL ETHER, MIXTURE OF DIASTEREOISOMERS, GUAIACWOOD OIL, MUSK KETONE, BETA-CARYOPHYLLENE
Im Rohgeruch haben Kayuragi – Sandalwood eine recht deutliche Kampfernote. Dazu kommt ein typischer Sandelholzgeruch und noch ein paar andere Noten, die ich nicht einordnen kann.
Auch Kayuragi – Sandalwood finde ich einen Hauch einer an Kosmetikprodukte erinnernden Note, aber sie ist minimal. Am stärksten fällt sie mir auf, wenn ich etwas zu dicht am brennenden Stäbchen stehe.
Die Komposition ist hauptsächlich puderig-holzig, durchzogen mit einer süßen Weichheit. Ich empfinde den Duft als recht typisch für Sandelholz.
Der Kampfer – oder in japanischen Räucherstäbchen vermutlich Borneol – ist beim Abbrennen viel weniger offensichtlich als im Rohgeruch, macht sich aber dennoch gelegentlich bemerkbar. Er bildet einen kühlen Gegenpol zur allgemeinen Wärme des Duftes.
Anders als viele Sorten aus dem Hause Nippon Kodo haben diese Kayuragi keinen unangenehmen Basisgeruch für mich, was mich durchaus neugierig macht, andere Düfte der Linie zu probieren.
Der Nachgeruch hält etwas länger an, als ich es von japanischen Stäbchen gewohnt bin.
Ich mag Kayuragi – Sandalwood und finde, sie gehören zu den besseren Sandelholzstäbchen von Nippon Kodo, jedenfalls was die günstigeren Linien angeht.
Es stört mich nicht, dass hier synthetische Duftstoffe verwendet werden, um den natürlichen Duft des Sandelholzes zu betonen. Ich kann aber auch gut verstehen, dass sich nicht jeder einem Stoff wie Moschus-Keton aussetzen möchte, welcher im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Daher begrüße ich die Transparenz, die der Warnhinweis auf der Rückseite der Packung bietet.
Der Inhalt dieser Liste sollte für alle eine Ermahnung sein, nicht blind auf den guten Ruf japanischer Räucherstäbchen zu vertrauen „vollkommen natürlich“ zu sein.
