Rauchfahne
Amacha Koh - Buddha's Feast Set

Awaji-Baikundo – Amacha Koh

Mein Freund Povilas hat mir Mitte 2023 ein riesiges Paket an japanischen Räucherstäbchensamples geschickt; darunter auch 2 der Sorten aus diesem scheinbar „Buddhas Fest“ genannten Set aus Amacha Koh von Awaji-Baikundo.
Amacha heißt auch „Hydrangea“ oder „Buddha-Tee“; die Pflanze an sich ist auch als japanische Tee-Hortensie bekannt. Ich hatte mal eine im Garten, die war aber leider bei den Schnecken zu beliebt.

Hydrangea-Räucherstäbchen sind die Spezialität des Hauses 淡路梅薫堂 Awaji-Baikundo; so weit ich weiß, stellt sonst niemand solche Räucherstäbchen her.

Shoujou Amacha Koh ist die zweite Schachtel von links (rosa) oben im Bild. Shoujou bedeutet wohl so viel wie „rein“ oder „pur“, weswegen man sie manchmal auch unter dem Namen „Pure Amacha Koh“ findet. Alle anderen Amacha Koh scheinen Variationen dieser Sorte zu sein.
Jihi Amacha Koh sind die aus der roten Schachtel ganz links. „Jihi“ bedeutet so etwas wie „gnädig“; es ist ein süßer Duft.

In Deutschland werden sie nicht verkauft; in den USA findet man sie nur bei Japanincense. Dort kostet Shoujou Amacha Koh in einer kleinen Box wie aus dem Set $9; Jihi Amacha Koh kosten $18.
Enthalten sind jeweils mindestens 25 Stäbchen von 5,5″ (ca. 14cm) Länge und einer Brenndauer von etwa 30 Minuten. Es gibt auch noch größere Schachteln.
Hier ist ein Link zu dem Online-Katalog (PDF) von Awaji-Baikundo, er ist auf Japanisch und listet die Preise in Yen.

Mir ist aufgefallen, dass manche Shops zu „Amacha Koh“ eine alternative Schreibweise „Amacha Kou“ verwenden. Berücksichtigen Sie dies ggf. bei Ihrer Onlinesuche.


清浄 甘茶香 | Shoujou Amacha Koh

Shoujou oder Pure Amacha sind, wie der Name schon sagt, reine Hydrangea-Räucherstäbchen und enthalten außer Hydrangea-Blättern keine anderen aromatischen Zutaten.

Schon der Rohgeruch ist sehr speziell. Es ist ein recht kräftiger Geruch; frisch und leicht süß-säuerlich, aber auch grün, mit einer feinen, herben Note. Der Geruch erzeugt in mir ein verschwommenes Déjà-vu aus meiner Kindheit, etwas, das mit meiner Oma zu tun hat.
Auf gewisse Weise riecht es auch leicht seifig, oder vielleicht wie eine (bestimmte) Sonnencreme?

Der Geruch beim Abbrennen ist recht ähnlich dem Rohgeruch, aber ohne die Assoziation zu Seife oder anderen Körperpflegeprodukten.
Die Süße ist speziell. Es ist keine vanillige Benzoe-Süße oder Ähnliches; vielmehr erinnert mich die Art der Süße an Stevia oder vielleicht auch Süßholz.
Die frische Note wirkt in den brennenden Stäbchen noch kühler als im Rohgeruch. Am ehesten kann ich sie mit „anisartig“ umschreiben, was es aber nicht wirklich trifft. Die Frische ist würzig, aber auf eine grüne, kühle Weise.
Die säuerliche Note verstärkt die Frische zusätzlich.

Der Geruch dieser Stäbchen ist höchst ungewöhnlich und gehört zu den Sachen, die man gerochen haben muss, um es sich vorstellen zu können. Schon alleine deswegen sollte man sich eine Gelegenheit, Shoujou Amacha Koh zu probieren, nicht entgehen lassen.
Die außergewöhnliche Frische macht sie für mich als Sommersäucherwerk besonders interessant.

Zu Shoujou Amacha Koh habe ich außerdem dieses Review gefunden. Hier wird auch der Name anschaulich aufgeschlüsselt.


慈悲 甘茶香 | Jihi Amacha Koh

Jihi Amacha Koh enthalten laut Japanincense.com neben Hydrangea auch noch Amber und andere Zutaten.

Der Rohgeruch ist überraschend. Jihi begegnet mir mit einem zuckersüßen und sahnigen Duft, versetzt mit einer Prise Zimt und einer leicht stechenden, „funky“ Note, von der ich mir nicht sicher bin, ob sie von der Hydrangea selbst oder einer weiteren Zutat kommt.

Angezündet wirkt das Duftprofil etwas holziger, bleibt aber sehr süß und cremig.
Von der stechenden Note rieche ich jetzt nichts mehr, dafür aber eine Idee des grünen Charakters aus Shoujou Amacha Koh, welches nach meinem Verständnis die Basisversion ist.

Obwohl ich den Geruch jetzt nicht mehr als so extrem zuckerig empfinde wie anfangs, ist es für mich weiterhin ein sahnig-süßer Gourmand-Duft mit feinen, würzigen Noten.
Max, der gerade hereingekommen ist, meint, ihn erinnert der Geruch an gebrannte Mandeln.

Ich meine, dass eine der nicht namentlich genannten Zutaten einer der pflanzlichen Ersatzstoffe für Moschus sein könnte. Etwas wie Ferula moschata oder Saussurea costus vielleicht.
Ein klein wenig erinnern sie mich an Amethyst von Shoyeido, welche letzteres enthalten.

Auch Jihi Amacha Koh riechen wirklich interessant, auch wenn ihr Duft nicht ganz so einzigartig wirkt wie jener, der Version Shoujou.

Jihi sind eine interessante Option für experimentierfreudige Süßnasen.

Zu Jihi gibt es ein sehr altes ORS-Review (2008).

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