Rauchfahne
Al Haramain - Bakhoor Cambodi

Al Haramain – Bukhoor Cambodi

Wie die anderen Bakhoors stammt auch dieses Sample von meinem Freund Povilas, der mir eine großzügige Auswahl von Samples aus seiner Sammlung geschickt hat.

Bukhoor Cambodi Munawwara ist ein Muattar, also ein Bakhoor aus in Parfümölen getränkten Holzsplittern.

Es wird in Tiegeln zu 100g verkauft.
Im Shop von Al Haramain kosten diese 43,53$, was umgerechnet ca. 36,90€ entspricht – also etwa 0,37€ pro Gramm.

Al Haramain geben folgende Duftnoten an:

Kopfnoten: Rose, Geranium, Safran
Herznoten: Geranium, Guajakholz
Basisnoten: Zedernholz, Guajakholz, Adlerholz, Moschus

Der Rohgeruch von Bukhoor Cambodi ist rosig-floral mit einer kopfigen, an Bergamotte erinnernden Frische.

Die herb-zirische Note ist kurz nach dem Auflegen auf das Räucherstövchen sehr präsent, rückt dann aber immer weiter in den Hintergrund, wo es den intensiven Rosengeruch davon abhält, für meine Nase zu süß und übersättigend zu werden.
Vom erwähnten Safran bekomme ich kaum etwas mit. Ich kann ihn nur erahnen, wenn ich Bukhoor Cambodi in meinem Bad verräuchere und dem Duft erlaube, sich auf den Hausgang auszubreiten. Dort rieche ich eine dezent lederig anmutende Note, verbunden mit etwas Würzigkeit, die mich allerdings mehr an Dune Pepper erinnert als an Safran.

Der Geruch gewinnt nach einigen Minuten an Weichheit; nicht nur von der Rose, sondern auch von etwas Balsamischem. Eventuell ist es das Guajakholz, auch wenn ich nicht behaupten kann, dass es erkennbar nach Guajak riecht. Zudem schnappe ich gelegentlich eine unterschwellige Fruchtigkeit auf, die ebenfalls vom Guajakholz stammen könnte, vielleicht aber auch von dem als Basisnote erwähnten Zedernholz.

Povilas hat mir geschrieben: „Fruchtig-süß und balsamisch ist eine Art Markenzeichen von kambodschanischem Oudh, oder sollte es zumindest sein. Deshalb werden vielen Cambodi Oudh-Parfüms fruchtige Noten hinzugefügt.“ Er meinte auch, dass er in Bukhoor Cambodi eine oudhige Note zu riechen beginnt, wenn es schon eine Weile auf dem Stövchen verbracht hat.

Ich muss sagen, dass ich in Bukhoor Cambodi kaum eine nennenswerte Oudh-Note finde. Nur wenn ich eines der relativ verbrauchten Stückchen direkt in eine Flamme halte und so kurz zum Glühen bringe, schnappe ich eine Idee davon auf.

Nachdem ich das festgestellt hatte, habe ich das Bakhoor (bei geöffneten Fenstern) auch auf Kohle verräuchert:
Die zitrisch herbe Kopfnote kommt auf Kohle noch stechender rüber und wirkt beinahe seifig. Es entwickelt sich rasch viel Rauch, in dem ich auch eine aschige Offnote finde.
Der Rosenduft ist deutlich weniger klar als beim Erhitzen auf dem Stövchen, in der Raumnote kommt er aber ähnlich stark heraus.
Nachdem der Rauchschwall abrupt versiegt (das Stückchen Bakhoor hat zu dem Zeitpunkt an der Unterseite zu glimmen begonnen), rieche ich zu der aschigen Note auch einen Kohlegeruch, wie der von kaltem Lagerfeuer.
Von Oudh oder Adlerholz finde ich keine Spur. Es ist erstaunlich, dass der Duft dessen am besten bei den „verbrauchten“ Stückchen herauskommt, bei denen das Parfüm verdunstet ist.

Bukhoor Cambodi kommt nicht ganz an meine Erwartung nach dem Lesen der Duftbeschreibung heran. Wenn man kräftige Rosen-/Geraniendüfte mag, ist es aber durchaus attraktiv.

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