Minorien – Fu-In: Aloeswood und Kyara
Diese beiden Samples stammen von zwei meiner Freunde bzw. Sampletauschpartner: Sebastian und Povilas.
Wie für die Variante Sandalwood aus dieser Linie gibt es auch für diese beiden keine Quelle in Deutschland.
Die ersten, die sie meines Wissens in Europa verkauft haben, waren Lotus Zen Incense in England. Ich weiß nicht, ob sie die Einzigen sind. Bei ihnen zahlt man für eine Schachtel Aloeswood (Adlerholz) mit ca. 135 Stäbchen 67,59€.
Die Variante Kyara kostet 106,76€ (Kyara ist besonders hochwertiges Adlerholz), wobei die Schachtel nur 100 Stäbchen enthält. Es gibt noch andere Packungsgrößen, die bei Lotus Zen jedoch teilweise ausverkauft sind.
Die beste Option Fu-In Räucherstäbchen zu kaufen, ist meines Erachtens der japanische Shop Wa no Kaori. Er versendet direkt aus Japan und seine Preise liegen nur einige Euros über dem japanischen Binnenmarktpreis. Im Vergleich zu den Preisen in Europa oder Amerika ist das in der Regel nur halb so viel, oft sogar beinahe nur ein Drittel.
So kosten bei ihm Aloeswood in derselben Größe nur 25,95€ und es stehen sämtliche Packungsgrößen zur Auswahl: vom 10-Stäbchen-Sample bis zur Großpackung mit 1280 Stäbchen.
Die 100‑Stück-Box Kyara kostet 37,95€.
Dazu kommen noch Versand, Zollgebühren und Einfuhrsteuer, aber selbst damit ist der Preis noch erheblich günstiger.
Die reguläre Länge aller Sorten beträgt 13,5cm mit einer Brenndauer von ca. 30 Minuten. Es gibt kürzere und längere Versionen.
Sie werden vielleicht in den Bildern beider Sorten Flecken auf den Stäbchen bemerken; bei Aloeswood sind sie um einiges deutlicher ausgeprägt und während der Lagerung bei mir aufgetaucht. Laut Minoren ist dies durch natürliche Öle in den verwendeten Hölzern verursacht.

Aloeswood
Das Sample von Aloeswood stammt noch aus einer Zeit, bevor ich den Blog gegründet habe. Sebastian hat sie mir bei unserem allerersten Sampeltausch geschickt; 6 Stück.
Aloeswood muss meine erste Begegnung mit Adlerholz-Räucherstäbchen gewesen sein. Ich habe damals 1-2 verbrannt aber dabei das Gefühl gehabt, den Geruch nicht so recht einschätzen oder verstehen zu können. Daher habe ich die restlichen eingelagert, bis ich mehr Kontext hätte, und dann habe ich sie für lange Zeit vergessen.
Von den spärlichen Notizen von damals weiß ich, dass mich ihr Geruch stark an Patchouli erinnert hat: ein dunkler Ton wie von feuchter Erde. Diesen Geruch nehme ich noch immer stark wahr, vor allem in den rohen Stäbchen. Dazu kommt eine tiefe Holzigkeit und eine leicht stechende Note, die mich damals an Lack erinnert hat.
An den Stäbchen riechen ist, wie den Kopf in einen antiken Holzschrank zu stecken.
Die brennenden Stäbchen kommen dem Rohgeruch sehr nahe, allerdings tritt der erdige Aspekt, und damit auch die Assoziation zu Patchouli etwas in den Hintergrund. An seiner Stelle ist jetzt ein voller, für mein Empfinden sehr typischer Adlerholzgeruch. Zwischen ihnen steht die leicht stechende, dunkelgrün-würzige Adlerholznote als Brücke, die von dunkler Erdigkeit zu tiefen, holzigen und balsamischen Noten führt.
Je besser sich der Duft verdünnen kann, desto deutlicher kommt der balsamische Aspekt hervor und öffnet sich in eine subtile Süße.
Der Nachgeruch hält recht lange an und gewinnt mit der Zeit mehr vom würzigen Aspekt zurück.
Ich habe noch in keinem anderen Review die Erwähnung von Patchouli gelesen; diese Assoziation scheint also mehr ein Ding von mir zu sein. Dennoch kann ich mir vorstellen, dass Aloeswood bei Patchouli-Fans wie mir deswegen besonders gut ankommen könnte.

Kyara
Kyara erzeugen bei mir keine Patchouli-Assoziation. Der Rohgeruch hat aber die selbe, leicht lackartige, stechende Note, die hier noch intensiver ist. Der Geruch wirkt insgesamt dichter und konzentrierter.
Die brennenden Stäbchen haben einen satten Adlerholzgeruch, der von Anfang an balsamischer oder harzgetränkter wirkt als die günstigeren Aloeswood. Die sich aufbauende Holzigkeit wirkt deutlich weniger trocken.
Abgesehen, von dem stark erdigen Aspekt von Aloeswood, der hier fast gänzlich fehlt, finde ich den Geruch der beiden ziemlich ähnlich, nur dass er in Kyara potenter, konzentrierter ist und purer rüberkommt. Von fast allen der in beiden Sorten vorhandenen Adlerholz-Aspekten ist in Kyara einfach mehr da: mehr der leicht stechend wirkenden Würzigkeit, mehr Tiefe und mehr der balsamischen Weichheit.
Letztere profitiert stark von guter Durchlüftung oder viel Raum, um sich zu entfalten. Die Süße kommt mir in Aloeswood jedoch minimal stärker vor als in diesen.
Im Nachgeruch sind Kyara ebenso ähnlich wie Aloeswood, nur mit etwas mehr Aderholz-Omph.
Resümee:
Die aberwitzigen EU‑Preise ignorierend, würde ich sagen, dass sowohl Fu-In Aloeswood als auch Kyara hervorragende Adlerholz-Räucherstäbchen in der Klasse für den (semi‑)täglichen Gebrauch sind.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ausgezeichnet.
Obwohl ich dem tiefen, satten Adlerholzgeruch von Kyara durchaus einiges abgewinnen kann, tendiere ich dazu, Aloeswood zu bevorzugen, was zugegeben vom doch deutlich höheren Preis von Kyara mitbeeinflusst ist.
Trotzdem ist es vor allem der dunkle, erdige Charakter von Aloeswood, der mir so sympathisch ist und sie für mich interessanter macht.
