Awaji Baikundo – Agarwood Hanamizuki · 沈香花水木
Diese Schachtel wurde mir – gut halb voll – von meinem Freund Povilas weitergereicht. Er hat Mitte 2024 in seiner Sammlung ausgemustert und mir im Zuge dessen ein paar überlassen, die er nicht mehr verwendet hat.
Ich war mir lange über den Namen dieser Rächerstäbchen unsicher. Povilas wusste nicht genau, wie sie heißen. Er hatte sie über eBay gekauft und wusste nur, dass sie von Awaji Baikundo stammen.
Im (japanischen) PDF-Produktkatalog von Awaji Baikundo bin ich zuerst fündig geworden (auf Seite 3).
Die übersetzte japanische Website von Awaji Baikundo nennt sie Jinkou Hanamizuki. Jinkou entspricht Adlerholz. Zu Hanamizuki bieten Übersetzer unterschiedliche, zum Teil sehr absurde Übersetzungen wie „Blumen Wasser Baum“ an. Im Englischen übersetzt sich Hanamizuki zu Dogwood, ein Gewächs, das scheinbar mit dem in Deutschland heimischen Hartriegel verwandt ist. In Räucherwerk findet es meines Wissens nach keine Verwendung.
Heute habe ich noch mal ein wenig gestöbert und in dem international versendenden, japanischen Shop Wa no Kaori habe ich eine Erklärung gefunden. Der Beschreibungstext der dort Agarwood Hanamizuki genannten Stäbchen erklärt, dass der Duft von den Blüten des Hartriegels, von dem es auch eine in Japan beheimatete Art gibt, inspiriert ist.
Agarwood Hanamizuki sind also auf Adlerholz (Agarwood / Jinko) basierende Räucherstäbchen, inspiriert von einem blühenden Strauch, so wie es auch japanische „Kirschblüten“ oder „Pflaumenblüten“ Räucherstäbchen gibt.
Agarwood Hanamizuki sind in Deutschland nicht zu bekommen und auch anderswo außerhalb Japans habe ich sie nicht ausfindig machen können.
Abgesehen von bei Awaji Beikundo selbst finde ich sie nur im Sortiment von Wa no Kaori. Dort kostet eine Schachtel wie diese, mit 30g Inhalt 14,95€ plus Versand (aus Japan) und ggf. anfallenden Zollgebühren.
Die Stäbchen sind 14cm lang und brennen jeweils ca. 30 Minuten.


Der blaue Aufkleber auf der Schachtel gibt den Namen „Hanamizuki“ an, der goldene Aufkleber sagt „Agarholz von höchster Qualität“
Die rohen Stäbchen haben einen eher schwachen Geruch. Aromatisch, aber irgendwie matt. Es ist ein eher dunkler Geruch, der sich irgendwo zwischen säuerlich und Umami befindet.
Beim ersten Mal Anzünden haben Agarwood Hanamizuki für mich nur nach Rauch gerochen und das hat sich lange Zeit nur minimal verbessert. Diese Stäbchen hatten für mich eine ausgesprochen lange Lernkurve.
Ich habe Agarwood Hanamizuki nicht oft hergenommen, aber sie immer mal wieder – alle paar Wochen oder Monate – hervorgeholt, um zu sehen, ob sich meine Wahrnehmung verändern würde.
Als Erstes konnte ich eine gewisse Würzigkeit in dem Geruch wahrnehmen, welche mir schnell unangenehm geworden ist.
Allmählich habe ich auch eine Adlerholznote gerochen, die ich allerdings als sehr dünn und trocken-holzig empfunden habe. Es war für mich nach wie vor ein eher rauchiger Geruch.
Danach hat sich lange nichts mehr getan. Nur ein Aspekt (den ich nach wie vor eher unangenehm finde) hat etwas deutlichere Formen angenommen: Da ist eine feine Note „nasser Hund“.
Ungefähr ein Jahr später konnte ich in den Stäbchen das erste Mal eine feine Süße finden und der Adlerholzcharakter ist allmählich deutlicher geworden.
Die anfangs als kratzig empfundene Würzigkeit nehme ich inzwischen als Teil des Adlerholzgeruches wahr. Es ist eine leicht stechende Note, die in der richtigen Verdünnung frisch oder sogar grün wirken kann.
Trotzdem bleibt Agarwood Hanamizuki für ein eher trockener und tendenziell warmer Holzgeruch.
Die Süße ist unstet. Wenn ich ein Stäbchen anzünde und mich auf meinen üblichen Platz (in etwa 2 m Entfernung) setze, ist das erste, was bei mir ankommt, eine vielversprechende Süße mit relativ vollem Adlerholzaroma, aber schon wenige Atemzüge später flacht der Geruch ab und wird matter.
Wenn ich durch den Raum wandere, rieche ich mal mehr von der stechenden Würze, mal mehr von einer warmen, beinahe wachsigen Note (die sich zu „nassem Hund“ steigern kann), aber der Duft bleibt insgesamt eher unaufregend; er schafft es nicht, mich zu begeistern.
Selbst mit viel Geduld bin ich mit Agarwood Hanamizuki nicht warm geworden. Ich finde sie nicht schlecht, aber wie Povilas habe ich so viele Alternativen, die ich lieber mag, dass die Schachtel nur verstaubt.
Ich werde sie daher weiter auf die Reise schicken; Nathan, dem ich ein paar Samples geschickt hatte, hat Gefallen an ihnen gefunden.
Awaji Baikundo beschreiben Agarwood Hanamizuki als Räucherstäbchen für den täglichen Gebrauch, die sich gut für Menschen eignen, die keine parfümigen Gerüche mögen.
Der Duft von Agarwood Hanamizuki wirkt auf jeden Fall sehr natürlich und unparfümiert.
Wer ein Herz für trockene Holzgerüche hat, kann mit ihnen sicher mehr anfangen als ich.