Kouseido – Kyoto Incense – Tsukimiusagi
Diese Packung stammt aus der Sammlung von meinem Freund Povilas, aus der er sie 2024 ausgemustert und mir geschenkt hatte.
Ich erinnere mich, dass sein Päckchen ankam, kurz bevor ich für ein paar Tage zu Max gefahren bin, und so habe ich es einfach mitgenommen und dort ausgepackt.
Einige Sachen haben wir gleich bei Max ausprobiert, und von Tsukimiusagi war Max sehr angetan, weswegen ich sie bei ihm gelassen habe.
Um diese Packung gab es lange Verwirrung. Povilas hatte sie auf eBay gekauft und der Verkäufer hatte sie schlicht als „Kouseido – Usagi“ betitelt. („Usagi“ bedeutet „Hase“.)
Später hat Povilas ein weiteres eBay-Angebot für eine größere Schachtel ausfindig gemacht, welche die Stäbchen als „Kousaido Tsukimiusagi Sandalwood“ beschreibt, was sich mit der Maschinenübersetzung von Google Lens deckt. Das Verwirrende: Auf unserer Packung steht seitlich „Namiusagi Stick Incense Sandalwood„.

Ich habe angefangen zu stöbern und irgendwann im japanischen Shop Wa no Kaori diese Tsuki-Usagi (Moon Rabbit) von Kouseido gefunden.
Das Verpackungsdesign ist verblüffend ähnlich; es wirkt so, als wäre das Design von Tsuki-usagi eine modernisierte Version von Tsukimiusagi. Da ich von Japanisch keine Ahnung habe, dachte ich, die fehlende Silbe könnte vielleicht einfach nur eine andere Latinisierung sein.
Aber ich hatte Zweifel und wollte hier keine falschen Informationen verbreiten, also habe ich bei Ken, dem Besitzer von Wa No Kaori nachgefragt.
Ich bin froh, dass ich mich nicht mit meiner ersten Schlussfolgerung zufriedengegeben habe, denn sie hat sich schnell als falsch herausgestellt.
Ken war enorm hilfsbereit. Er hat mir diesen Link zur japanischen Website von Kouseido geschickt, wo zu lesen ist, dass die formals als „Kyoto Incense – Usagi“ bekannten Sorten mit einem neuen Look versehen und umbenannt wurden. Sie heißen jetzt nur noch „Tsuki„, der Duft ist aber unverändert.
Laut Ken bedeutet „Tsuki“ Mond; „Tsukimiusagi“ übersetzt sich zu „[den] Mond betrachtender Hase“.
Zum seitlichen Aufdruck auf der Packung meinte Ken, dass es sich um einen Fehler handeln müsse, der von Kouseido übersehen wurde.
Dazu hat er mir einen Link zu dem japanischen Räucherwerkblog A Life With Incense geschickt, wo sich (neben dem entsprechenden Review) ein Bild der Packung von Namiusagi findet. („Nami“ bedeutet „Welle“.) Sie ist – thematisch passend – blau, nicht braun.
Zu Tsukimiusagi hat der Autor leider kein Review verfasst, dafür aber zu allen 3 (!)
„Wave Rabbit“ Varianten, die aus unterschiedlichen Linien stammen. Diese bestätigen, dass sich die Düfte unterscheiden.
In Europa sind die Stäbchen anscheinend nicht zu bekommen. Auch im Bestand der einschlägigen amerikanischen und englischen Händler konnte ich sie nicht ausfindig machen.
Der Preis in Japan für eine 110g Box Tsuki (vormals Tsukimiusagi) beträgt 1200 Yen (ca. 6,50€); Ken hat sie mittlerweile für 8,95€ ins Sortiment von Wa No Kaori aufgenommen.
Die Brenndauer beträgt ca. 25 Minuten.
Die Sorten der Linie Kyoto Incense sind im Kouseido-Katalog als rauchreduzierte Räucherstäbchen gelistet.


Obwohl Tsukimiusagi als Sandelholzstäbchen beschrieben werden, ist Sandelholz für mich bei weitem nicht die prominenteste Note.
Tatsächlich finde ich das Sandelholz nur im Nachgeruch und an den rohen Stäbchen deutlich, wobei auch die unangezündeten Stäbchen schon einen gewissen Parfümgeruch haben.
Der Duft erinnert mich stark an den von Moonlit Night aus der Linie Karin von Aromandise. Und jetzt, da ich den korrekten Namen dieser Stäbchen kenne, fällt mir auch die Parallele in der Namensgebung auf: Beide Sorten thematisieren den Mond.
Außer Sandelholz werden von Kouseido keine Zutaten oder Duftnoten genannt, diesbezüglich tappe ich also im Dunkeln. In Moonlit Night ist von Seidelbast (Daphne) die Rede, wobei nicht klar hervorgeht, ob es sich dabei um eine Zutat oder um Inspiration handelt.
Ich kann mich nicht erinnern, jemals Seidelbast gerochen zu haben. Allgemein scheint er als süßer Blumenduft mit Zitrusnoten beschrieben zu werden.
Tsukimiusagi und Moonlit Night teilen sich eine grün und frisch anmutende Floralität, die mich an die Art von Parfüms erinnert, welche meine Mutter gerne trägt. Vermutlich empfinde ich deswegen den Geruch als parfümartig, wobei ich das in diesem Fall nicht negativ meine.
Tsukimiusagi riechen für mich etwas weniger hell und die Floralität ist eine Spur weniger deutlich als in Moonlit Night; dafür kommt bei ihnen die Sandelholzbasis etwas deutlicher durch.
Wenn ich die beiden im Wechsel verbrenne, rieche ich den Unterschied anfangs noch deutlich, mit der Zeit verschwimmen die beiden Düfte in meiner Wahrnehmung.
Ich bin mir nach wie vor nicht klar darüber, wie ich diese Art von Duft genauer beschreiben könnte als floral und auf grüne Weise frisch.
Vor längerem habe ich Nathan ein paar Stäbchen von Moonlit Night geschickt und er meinte, sie hätten einen unscheinbaren Blumenduft, wie er ihn schon in einer Reihe anderer Räucherstäbchen gerochen hat.
Obwohl Tsukimiusagi nicht wirklich meinen Geschmack trifft, finde ich den Duft doch angenehm und erfrischend.
In Max‘ Wohnung gefällt er mir am besten, dort ist die Assoziation mit Parfüm auch am geringsten.