Rauchfahne
Boy Vienna - 11:11 burning

Boy Vienna – 11:11

Diese Räucherwerk-Zigaretten (ja, Sie haben richtig gelesen) habe ich von Nathan geschickt bekommen
der mir im August 2025 neben einer kleinen Auswahl von Räucherstäbchen-Samples aus seiner Sammlung auch ein paar selbstgemachte Stäbchen und Tinkturen hat zukommen lassen.
Sein Review zu Boy Vienna – 11:11 finden Sie hier.

Boy Vienna (oder Boy Vienn       A ?) ist eine Mode- und Lifestyle-Marke einer Modedesignerin und Multimedia-Künstlerin namens Afaf Seyam, die wohl hauptsächlich auf Instagram und TikTok aktiv ist.
Die Zigaretten werden in New York City produziert.

Falls Sie Raucher sind und sich über die Zigarettenpreise ärgern: Eine Schachtel dieses Räucherwerks kostet $35, das entspricht gegenwärtig 29,95€; enthalten sind 18 Zigaretten – ich meine natürlich „Räucherstäbchen“.

Die Räucherwerk-Zigaretten (oder ist es Zigaretten-Räucherwerk?) sind ausdrücklich nicht dafür gedacht, geraucht oder auch nur in den Mund genommen zu werden. Man zündet sie an und lässt sie abbrennen, vorzugsweise stilecht in einem Aschenbecher.

Die Beschreibung lautet wie folgt:

„Wünsch dir was, es ist 11:11 Uhr.
Wenn Sie sich dabei ertappen, wie Sie um 11:11 Uhr auf die Uhr schauen, bedeutet das, dass Sie auf dem richtigen Weg sind. Das ist die Zeit, in der du dir vorstellen sollst, wovon du träumst.
Nicht zum Räuchern. Diese Schachtel enthält 18 Räucherstäbchen, die von traditionellen Zigaretten inspiriert sind. Ein duftendes und interaktives Modeaccessoire, das in der Tasche genauso gut aussieht wie auf dem Couchtisch.
Zünden Sie das Stäbchen am filterlosen Ende an und halten Sie es an die Filterseite, um bei einer Raucherpause mitzumachen, oder lassen Sie es in einem Aschenbecher abbrennen.“

Bild zur Verfügung gestellt von Nathan Upchurch.

Ich habe keine Ahnung, was die orangen Fitzelchen sein könnten, die man auf Nathans Bild erkennen kann. Auch Nathan konnte sie sich nicht erklären.

Die Zutaten lauten: Salbei, Lavendel und Rosmarin.
Es wird betont, dass es sich nicht um weißen Salbei handelt.

Der Geruch der unangezündeten Zigaretten ist intensiv krautig-süßlich und erinnert mich an meine Schublade(n) voller Kräutertees. Ich habe die Zutatenliste vor dem ersten Schnuppern nicht gelesen, konnte mich aber noch aus Nathans Review daran erinnern, dass sie Salbei enthalten, und diesen rieche ich auch am stärksten; gefolgt von einer blumigen Note, bei der ich zuerst auf Kamille getippt hätte. Ups. 😅 (Tatsächlich ist es Lavendel.)

Als Ex-Raucher hat es sich für mich extrem seltsam angefühlt, diese „Räucherstäbchen“ anzuzünden und sie, in dem alten Aschenbecher sitzend, vor sich hin glimmen zu lassen. Es hat mich wirklich etwas Überwindung gekostet.

Der Duft ist relativ streng, wie man es von einem Haufen Kräuter, lose verpackt in einer Papierhülle, erwarten würde. Anders als Nathan rieche ich aber nicht sonderlich viel von dem Papier.
Zumindest war das beim ersten „Räucherstäbchen“ der Fall; heute kommt mir der Geruch unangenehmer vor als beim ersten Mal, und er erinnert mich tatsächlich an etwas Zigarettenqualm. Vor allem im angeschlossenen Nebenraum, wo sich der Rauch etwas fängt, nehme ich den Geruch als besonders unangenehm wahr.

In hoher Konzentration wirkt der Geruch harsch, ein wenig beißend und bitter. Wenn man dieses Räucherwerk in einem kleinen Raum verbrennt, ist das sicher in etwa so angenehm, wie wenn man darin richtige Zigaretten raucht, aber mit etwas frischer Luft riechen sie deutlich besser.

Nachdem der erste Zentimeter abgebrannt ist, fange ich an, in der Nähe des Fensters ein konkretes Aroma zu erkennen: Der Lavendel macht sich bemerkbar, vielleicht mit einem Hauch der Süße des Rosmarins. Außerdem schnappe ich immer wieder eine fast minzige Frische auf, die auch nur vom Rosmarin kommen kann.
Der Salbei ist eigentlich recht dezent. Ich habe das Gefühl, dass es nicht der frischeste Salbei ist, aber ich vergleiche ihn auch mit dem, direkt aus meinem Garten …

Bei der ersten Zigarette hatte ich den Nachgeruch als recht ok empfunden; krautig und nur mäßig rauchig. Bei dieser Zweiten finde ich den Nachgeruch jedoch aschig und unangenehm, viel näher an dem Geruchserlebnis von kaltem Zigarettenrauch.
Ich frage mich, ob es daran liegt, dass ich Asche und Kippe der ersten Zigarette im Aschenbecher gelassen habe.

Die ungläubigen Blicke sowohl meines besten Freundes Max als auch meiner Mutter, als sie den benutzten Aschenbecher in meinem Wohnzimmer entdeckten, waren schon amüsant.
Meine Mutter hat sogar ein entsetztes „Rauchst du wieder!?“ ausgestoßen und als ich ihr erklärt habe, dass das „Räucherwerk“ sei, skeptisch am Aschenbecher geschnüffelt. 😆

Diese Räucherwerk-Zigaretten sind so ein seltsames Gimmick!
Es wundert mich, wie erfolgreich Boy Vienna damit zu sein scheinen.
Nathan hat in seinem Review erwähnt, wie schnell viele der Sorten ausverkauft waren, und derzeit steht oben auf der Shop-Seite ein Hinweis, dass es aufgrund des aktuellen Bestellvolumens bis zu 3 Wochen dauern kann, bis eine Bestellung versendet wird. Dies gilt allerdings für das gesamte Sortiment, nicht speziell für das Räucherwerk.

Sollten diese Art von Räucherstäbchen tatsächlich Ihr Ding sein, schlage ich vor, dass Sie sich eine dieser Zigarettendrehmaschinen (oder Zigarettenstopfer) kaufen und ihn statt mit Tabak mit Kräutertee füllen. Das kommt mit Sicherheit günstiger.

Das Kernkonzept von Boy Vienna insgesamt klingt interessant, die Idee von nachhaltiger Mode finde ich toll und „gender bending fashion“ hört sich spannend an.
Aber braucht man pseudo-Zigaretten um sich einen Moment der Achtsamkeit zu gönnen und sich seiner Wünsche zu erinnern? Oder um sich bei einer Raucherpause dazuzugesellen?
Sind Zigaretten wirklich (immer noch) stylisch?
Ich finde nicht – aber vielleicht bin ich schlicht ein hoffnungsloser Fashion-Crétin. 😉

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