Rauchfahne
Baieido - Tokusen Excellent Kobunboku

Baieido: Tokusen Kobunboku, Kaden Kobunboku

Von diesen beiden Sorten aus der Kobunboku Reihe habe ich von meinem Freund Povilas 2024 Samples bekommen; von Tokusen Kobunboku habe ich später zusätzlich eine kleine Schachtel gebraucht gekauft.

Die beiden Sorten sind in unterschiedlichen Packungsgrößen von bis zu 170g erhältlich; die Stäbchen messen 5½“ (ca. 14cm) bei einer Stärke von ca. 2mm. Es gibt auch ein langes Format mit 25cm.

In Deutschland findet man Räucherstäbchen von Baieido vereinzelt zu kaufen, z.B. beim Padma Store oder Klang & Stille.

Kobunboku bedeutet Pflaumenbaum.
Neben den beiden hier vorgestellten Sorten gibt es noch Bikou Kobunboku, Byakudan Kobunboku, Jinkou Kobunboku und den „Basisduft“ Kobunboku selbst.


Baieido - Tokusen Excellent Kobunboku
Baieido - Tokusen Excellent Kobunboku

Tokusen (Excellent) Kobunboku

Tokusen Kobunboku findet man gelegentlich auch als Excellent Kobunboku im Handel.
Padma Store verkauft eine kleine Box mit mit 10g bzw. 26 Stäbchen für 6,85€; die große Schachtel mit 170g (450 Stück) gibt es für 59€.
Wer bereit ist, direkt aus Japan zu bestellen, bezahlt bei Wa no Kaori für die große Schachtel nur 23,95€ (plus Versand und Zollgebühren).

Zu den Zutaten finde ich leicht abweichende Informationen. Baieido spricht nur von einer Mischung aus 15 Zutaten, inklusive Sandelholz und Adlerholz. Andere Shops nennen außerdem Borneol, Nelke, Zimt, Anis, Benzoe und chinesische Heilkräuter.

Tokusen Kobunboku gehören zu den Räucherstäbchen, die für mich anfangs sehr rauchig gerochen haben, und es hat recht lange gedauert, bis ich ein Gefühl für sie, für ihren Charakter, entwickelt habe. Sie hatten vielleicht die längste Lernkurve bisher.

Eines der ersten Dinge, die ich herausriechen konnte, war der Kampfer. Aber selbst nachdem Tokusen Kobunboku für mich schon eine ganze Weile nicht mehr vorwiegend rauchig gerochen haben, blieb mein Eindruck noch lange diffus.
Gelegentlich kamen holzige Noten zum Vorschein; immer wieder ein vager Eindruck von Gewürzen, vermischt mit einer leichten Säure und einer Art Umami-Note. Dazu häufig ein wachsiger Ton.
Mit der Zeit konnte ich auch eine subtile Süße wahrnehmen.

Irgendwann im Verlauf habe ich angefangen, auch die unten stehende Version namens Kaden zu probieren, und ich denke, dies hat meiner Nase etwas mehr Kontext geliefert; etwas, dem ich den Duft gegenüberstellen und vergleichen konnte.
Seitdem fand ich Tokusen Kobunboku etwas kräftiger und definierter als zuvor, aber immer noch nicht ganz greifbar. Das liegt auch daran, dass das Wetter ganz erheblichen Einfluss auf den Charakter dieses Duftes hat.
Zu meiner großen Überraschung habe ich festgestellt, dass Tokusen Kobunboku (und auch andere Baieido Sorten) hervorragend mit sehr heißem Wetter zurechtkommen.
(In der vergangenen Hitzewelle, mit Sitzentemperaturen von 35°C habe ich fast ausschließlich eine Rotation aus den beiden Kobunboku Sorten und Kaiunkoh verbrannt.)
In der Hitze finde ich den Duft – nicht direkt erfrischend, aber – irgendwie kühlend. Der Kampfer trägt mit Sicherheit dazu bei, aber es ist auch die säuerliche Note. Normalerweise mag ich diese nicht besonders gerne, oft finde ich sie sogar störend, aber bei der Hitze hat sie angefangen, auf gewisse Weise frisch zu wirken.

Gelegentlich kann ich jetzt in den Gewürzen Zimt erkennen und ich finde einen Anklang von Adlerholz.
Immer wieder lande ich bei der Beschreibung „Umami“. Es ist nicht wirklich ein Essens- oder Küchengeruch, aber das ist dennoch das Passendste, was mir dazu einfällt.


Baieido - Kaden Kobunboku

Kaden Kobunboku

Kaden bedeutet „altes Familiengeheimnis“. Bei dieser Variante von Kobunboku wurde dem Rezept ein Adlerholz aus Vietnam hinzugefügt. Einige Shops nennen es „Tsukigase Adlerholz“, aber ich konnte nicht herausfinden, was hinter dem Begriff steckt.

Zutaten: Tsukigase Adlerholz aus Vietnam; Sandelholz, Borneol, Nelke, Zimt und andere (es ist von insgesamt 20 Zutaten die Rede.)

Mit Kaden Kobunboku fühlt es sich fast so an, als ob meine Lernkurve rückwärts verlaufen würde. Ich war anfangs sehr überrascht, zu lesen, dass viele Menschen die Sorte als ähnlich rauchig riechend wie Kaiunkoh empfinden, denn das fand ich gar nicht.
Im Vergleich zu der Tokusen Version, aber auch insgesamt finde ich Kaden Kobunboku eher mild in seiner Intensität. Der Geruch hat für mich weniger Volumen als der von Tokusen Kobunboku.

Ich finde viele Parallelen zu Tokusen Kobunboku: Kampfer, eine wachsige Note, die spezielle Säure – alle fallen in Kaden Kobunboku schwächer aus.

In Kaden Kobunboku rieche ich eine feine Bitternote, die sich für mich nach einigen Sessions als bitterer Adlerholzgeruch offenbart hat.
Gelegentlich hat der Geruch für mich auch einen medizinischen Charakter, nicht direkt jodartig, aber es geht in die Richtung.

Wie bei Tokusen Kobunboku hatte ich anfangs eine Weile das Problem, dass ich den Geruch als undeutlich empfunden habe.
Bei Kaden Kobunboku habe ich aber festgestellt, dass es einen großen Unterschied macht, wenn ich das Stäbchen nicht (wie üblich) in ca. 2m Entfernung bei mir im Wohnzimmer abbrenne, sondern im angrenzenden Zimmer, und den Duft sich (bei geöffneten Türen und Fenstern) zu mir ausbreiten lasse.
So habe ich die oben erwähnte Säure entdeckt. Außerdem kann ich dabei einen krautigen Aspekt erkennen, der ein wenig in den medizinischen Charakter mit hineinspielt.
Auch habe ich eine butterige Sandelholznote und einen Hauch Zimt aufgeschnappt.

Befinde ich mich im selben Raum wie das brennende Stäbchen, ist der Geruch nicht wirklich rauchig für mich, hat aber einen gewissen, brandigen Ton, wie der allgemeine, verbrannte Geruch, den das Verräuchern von Kräutern mit sich bringt.

Bei weniger extremen Temperaturen (um die 20°C) scheinen die tieferen, bitter-aromatischen Noten in den Vordergrund zu treten, während in der Hitze die Säure betont wird.


Resümee:

Baieido sind bekannt für ihr traditionelles Duftprofil. Ich denke nicht, dass ich schon auseinanderhalten kann, was einfach nur Baieido’s Stil ist und was der allgemeine, traditionell japanische Charakter ist. Vielleicht ist das auch gar nicht so klar zu trennen.

Obwohl ich Tokusen Kobunboku mittlerweile lieber mag als anfangs, habe ich sie dennoch nicht wirklich liebgewonnen. Ich werde sie sicher aufbrauchen, aber ich glaube nicht, dass ich eine Packung nachkaufen werde.

Ähnliches gilt für Kaden Kobunboku, die ich schlichtweg langweiliger finde als Tokusen Kobunboku.

Abgesehen von der Sandelholzvariante von Kobunboku (Byakudan) habe ich kein Interesse daran, die Kobunboku Reihe weiter zu erforschen.
Ich vermute, dass Baieido insgesamt nicht so ganz mein Fall ist.

Trotzdem würde ich sagen, dass man an Baieido nicht vorbeikommt, wenn man sich mit japanischen Räucherstäbchen befassen möchte.

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