Sambrani Cups
An einem faulen Samstag habe ich mal wieder einen Nachmittag auf meinem Balkon verbracht, diesmal mit 3 unterschiedlichen Sambrani Cups, die ich von Sascha bzw. Steve bekommen habe.
Obwohl Cup-Sambrani in Indien eine sehr verbreitete Art von Räucherwerk ist, fällt es bei uns eher unter „Kuriosa“.
Es handelt sich dabei um mit Harz gefüllte „Cups“ (also Becher, etwas kleiner als ein Schnapsglas) aus Kohle, Kuhdung oder einer Mischung aus solchen, brennbaren Materialien. Sie werden am oberen Rand angezündet und brennen dann langsam nach unten, wobei das Harz im Inneren verräuchert wird.
Weil sich die Kohlebecher scheinbar relativ leicht anzünden lassen, hatte ich befürchtet, dass sie sein würden, wie die schnellzündenden Kohletabs, die man für Räucherwerk oder Shishas verwendet. Dies ist aber zum Glück nicht der Fall. Dass in einigen eine Art von Brandbeschleuniger enthalten ist, ist jedoch dennoch nicht auszuschließen.


Zed Black – Manthan Sambrani Cups
Dieses Sample habe ich 2024 von Sascha bekommen. Er hat mir einen Sambrani-Cup mitsamt der Verpackung geschickt. Diese hat einige lose gewordene Harzbröckchen enthalten, die ich am Ende verwendet habe, um einen genaueren Eindruck von der Zusammensetzung der Füllung zu gewinnen.

Die Harze wurden miteinander verschmolzen, wodurch sie auch mit dem Cup verklebt sind.

Ich habe den oberen Rand des Cups mit einem normalen Feuerzeug rundherum angezündet, bis er an 3-4 Stellen geglommen hat.
Es entsteht gleich relativ viel Rauch, selbst wenn die Hitze das Harz noch nicht erreicht hat.
Der Geruch der Kohle ist nicht sehr „pur“. Es wirkt so, als wäre der Kohle noch ein anderes brennbares Material beigemischt. Die Kohle ist außerdem deutlich feiner als bei Kohletabs.

Nach ein paar Momenten fängt das Harz an zu dampfen und eine deutliche Benzoenote steigt auf, vermischt mit dem Geruch von günstigerem Weihrauch und einer allgemeinen Harzigkeit.
Mit der Zeit nimmt die Süße von Benzoe ab, der Geruch wird harziger und ein wenig holzig.
Später stellen sich auch die üblichen Off-Noten von komplett verbrennenden Harzen, bzw. deren Gummianteilen ein.
Der Becher hat noch nicht viel an Substanz verloren, als das Harz bereits verbraucht ist.


Einzelne Körnchen Harz auf die Glut legend, finde ich
- Dammar (hell)
- indischen Weihrauch
- irgendeine Commiphora-Verwandtschaft (Myrrhe), das Harz ist teilweise relativ hell, fast orange
- ein braunes Harz, wahrscheinlich Dammar Batu (Sal)
Zu meiner Überraschung konnte ich kein Benzoe finden; auch als ich den Rest, mitsamt der kleinen Krümel in den Becher geleert habe, war der Geruch deutlich herber als initial.
Vielleicht war zufällig kein Benzoeharz dabei oder es lag daran, wie die Harze verklebt werden, damit sie in dem Becher bleiben.

Raj – Guru Vandana
Dieser Sambrani-Cup wurde mir 2025 von Steve geschickt.
Er hat sie scheinbar über Amazon von der deutschen Firma LuxFlair gekauft, die überwiegend parfümgetauchte Räucherstäbchen von Raj verkauft.
Die Sambrani-Cups scheinen in ihrem Shop nicht mehr erhältlich zu sein; ich finde nur eine (getauchte) Räucherstäbchen-Version dieses Duftes.


Viel Cup, wenig Inhalt.
Ich habe den Becher ohne Inhalt angezündet, indem ich die restliche Glut des vorherigen Cups darauf platziert habe. Steve schreibt in seinem Review, dass die Cups sehr schwer anzuzünden waren; Feuerzeug oder Zündholz würden nicht funktionieren.
Beim Anzünden ist mir aufgefallen, dass bereits die Kohle einen starken parfümigen Geruch verströmt.
Ich könnte mir vorstellen, dass die Harze mit einem Duftöl getränkt – und dadurch auch verklebt – werden und ein Teil des Öls in die Kohle sickert. Oder die Kohle wird gezielt parfümiert.
Der Geruch der Kohle ist rauchig und ziemlich süß. Er erinnert mich an Mysore Sugandhi – Chandan Dhoop. Übersättigend süß, mit einer künstlichen Cremigkeit und einer eigentümlichen, wintergrünartigen Frische.
Zusammen mit den Harzen lässt mich der Geruch dann an Parimal – Yatra denken, aber Guru Vandana sind bei weitem nicht so gut wie diese Stäbchen.
Die Glut hat noch nicht den Boden des Cups erreicht, als die Harzmischung komplett verbrannt ist.
Von den drei Cups, die ich an diesem Nachmittag verräuchert habe, ist es der Geruch von Guru Vandana, der sich in mein T-Shirt eingehängt hat. Selbst die frische Note ist am nächsten Tag noch deutlich daran wahrnehmbar.

Aromatika – Navagraha
Der zweite Sambrani-Cup von Steve, ebenfalls aus seinem Paket von Mitte 2025. Hier ist sein Review.

Das Harz saß diesmal fest im Cup, ich konnte es aber lockern und herausnehmen. Es ist verklebt wie bei den anderen, möglicherweise durch Erhitzen.
Ich habe versucht, den Cup am Rand mit dem Feuerzeug anzuzünden, aber selbst wenn es leicht angefangen hat zu glimmen, ist die Glut kurz darauf wieder erloschen. Daraufhin habe ich das Harz noch mal herausgenommen und die Glut des vorherigen Cups auf diesen gelegt. Es hat eine Weile gedauert, aber schlussendlich hat es funktioniert.
Der Geruch der Kohle ist auffällig holzig, so als wäre die Kohle mit einem feinen Holzmehl vermengt. Der Cup scheint außerdem deutlich langsamer herunterzubrennen als bei den vorigen.
Das Harz wirkt auf mich wie reiner indischer Weihrauch. Es hat das typische Duftprofil von günstigem B. Serrata: wenig zitrische Noten, dafür eine balsamisch-ölige Süße, einen allgemein harzigen Charakter und brandig-bittere Off-Noten vom hohen Gummianteil des Harzes.

Im Cup bleiben verkohlte Bröckchen zurück: Der Gummianteil des Harzes wird sichtbar, da er nicht schmilzt.
Der Cup ist erst etwa zur Hälfte herabgebrannt, wenn das Harz verbraucht ist.
Resümee:
Wenn man diese Cups nicht dafür verwenden möchte, sein Haus auszuräuchern sind sie am besten für den Außenbereich geeignet, denn die Rauchentwicklung ist enorm.
Die harzgefüllten Becherchen erscheinen oberflächlich betrachtet praktisch, allerdings ist die enthaltene Portion Harz schnell verbraucht und der Rest des Cups wird verschwendet, es sei denn, man hat zusätzliches Harz zum Nachfüllen. Aber dann kann man auch gleich normale Kohle verwenden und diese vorher vollständig zum Glühen bringen, um ihren unangenehmen Geruch loszuwerden.
Die Becher-Form ist allerdings schon praktisch. Ich habe gesehen, dass man diese gelegentlich auch leer kaufen kann, was eine interessante Alternative zum Tabs-Format ist. BERK verkaufen sie als „Kohletöpfchen„.
Von dieser Auswahl haben mir die Manthan Sambrani-Cups von Zed Black am besten gefallen, weil sie eine interessante Mischung von Harzen enthielten und sich der Becher relativ einfach anzünden ließ.
Das Produkt von Raj empfand ich am unattraktivsten. Der Cup ist eine Mogelpackung und der synthetisch anmutende Parfümgeruch hat mir auch nicht gefallen.
Aromatika – Navagraha sind ganz in Ordnung, aber die Becher lassen sich wirklich schlecht anzünden.
Qualitativ hochwertige Harze sollte man von keinem dieser Produkte erwarten.
